Mit Kettensäge und Brummbär-Blick stellt BROTHER GRIMM Fragen nach dem Ende.
Ist es das Ende einer schicken Indie-Party, wenn der psychedelische Kautz-Blues aus der Anlage dröhnt?
Ist die Musik das Äquivalent zum Chaos-Modus, in den der tendenzielle Einzelgänger verfällt, wenn er unter einem Haufen Menschen auf Spaßmachersubstanzen trifft?
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Vielleicht ist „The End“ ein bisschen von all dem, eine Summe der Antworten auf diese Fragen, die hier letztendlich mit der Leidenschaft zur Musik beantwortet werden. Völlig egal, ob das mit dröhnenden Riffs und tendenziell pessimistischer Stimmung von statten geht („Green“), oder ob „In A Town Where No One Gives A Shit“ Post-Punk mit Noise-Geschrammel vermählt.
Letztendlich ist diesem Endzeit-Soundtrack die Leidenschaft für Kunst und die konsequente Verweigerung einer Massentauglichkeit anzuhören.
Warum macht der Titel „The End“ dann Sinn?
Weil einem Ende automatisch auch ein Anfang innewohnt. Die Möglichkeit neue Erfahrungen, im Fall dieses Albums, neue und andere Sounds zu erleben und miteinander zu verquicken. Da wirkt es auch stimmig, melancholische Balladen wie „How The Dogs Kill“ mit der schrägen Garage-Noise-Attitüde von „New Order“ zu vermählen und das Album damit zu einem kontrastreichen Abschluss zu bringen.
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FAZIT: Kauzig, tendenziell eigenbrötlerisch, aber mit einem laut schlagenden Herz für authentische Musik präsentiert sich BROTHER GRIMMs „The End“ gar nicht so fatalistisch, wie der Titel zunächst anmutet. Ja, es gibt sie, die schweren Momente, die Melodien und Stimmungen für den Weltverdruss, aber genauso finden sich Momente, die das Leben feiern, oder wenigsten feststellen, dass ein Ende nicht gleich die Apokalypse bedeuten muss. Die Kettensäge auf dem Cover darf also doch noch im Werkzeugschrank oder der heimischen Werkstadt deponiert werden.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 02.12.2023
Dennis Grimm
Dennis Grimm
Dennis Grimm, Enrico Semler, Patrick Kopetzky
Charlie Paschen
Noisolution
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24.11.2023