<img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/08c172f5a6424595a15da55e8294c4b0" width="1" height="1" alt=""> 13 Tracks plus Intro/Zwischenspiel sind für jedes Studioalbum ein Haufen Holz oder im Fall von BURNING WITCHES besser gesagt Metall. Die Schweizerinnen hauen ihre Platten mit ziemlich hoher Schlagzahl heraus, was sie auch können, weil sie stilistisch eindeutig festgelegt sind, und halten dabei ein relativ hohes kompositorisches Niveau, während alle Komponenten mehr oder weniger stetig optimiert werden. "The Dark Tower" ist nun das bisher bestklingende Werk der Gruppe und bietet in puncto Stimmungen eine denkbar breite Palette.
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Das von V.O. Pulver (Poltergeist, Gurd) und Destruction-Frontmann Schmier co-produzierte Album startet erwartbar knallig mit der rauen Speed-Hymne ´Unleash The Beast´, deren Ausrichtung jedoch nicht beispielhaft für den Rest steht. Auf die klassische Power-Ballade ´Tomorrow´ wäre auch eine gewisse Frau Pesch stolz, mustergültige Euro-Metal-Steilvorlagen wie ´World On Fire´ (sehr Helloween, die Melodieführung in den Strophen) oder ´Into the Unknown´ wechsen sich mit Midtempo-Dampfmachern à la ´Renegade´ ab; hier reizt Sängerin Laura Guldemond weite Teile ihres Registers aus, vom mittigen Knurren bis zu spitzen Schreien, was ihre teils furchtbar abgedroschenen Songtitel und Textzeilen wohlgemerkt nicht verhehlt.
Abgesehen vom ideenlose ´The Dark Tower´ (geht das nur mir so, oder hat noch jemand den Eindruck, hier habe jemand sehr viel "Tales from the Twilight World" von Blind Guardian gehört, um sich für Riffs anregen zu lassen?) strotzt "The Dark Tower" allerdings vor Gassenhauen, die bei den bekanntlich energiegeladenen Shows der Combo neue Höhepunkte setzen könnten.
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Ein paar Gitarrensolos mit Schaufeffekten, beispielsweise in der düsteren Doublebass-Nummer ´Evil Witch´ (der man wohl bewusst keine vordergründigen Melodien verpasst hat) oder dem Anspieltipp ´Heart of Ice´, runden diesen No-Brainer für traditionsbewusste und eher glatt geschliffenen Stahl bevorzugende Metaller ab. Die 15-Track-Version kommt im Übrigen mit Coverversionen von Ozyy Osbourne (´Shot in the Dark´) und W.A.S.P. (´I Wanna Be Somebody´) heraus.
FAZIT: BURNING WITCHES´ fünftes Studioalbum nimmt seinen Vorgängern "Dance with the Devil" (2022) und "The Witch of the North" (2020) wenig bis nichts. "The Dark Tower" bietet eine kurzweilige knappe Stunde lang gediegene Unterhaltung für die Crystal-Viper, Doro/Warlock- oder Phantom-Blue-Fraktion, gerade wegen der Stimmfarbe der Shouterin der Band, die Gigi Hangach nicht unähnlich ist. Dass der "eigene" Stil des Fünfers ein Verschnitt aus vielen bekannten Versatzstücken ist, ist indes keine neue Erkenntnis.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 28.04.2023
Jeanine Grob
Laura Guldemond
Romana Kalkuhl, Larissa Ernst
Lala Frischknecht
Napalm / SPV
56:51
05.05.2023