Mit mörderischen Mädchen haben diese Norweger hier wenig gemein, denn MURDER MAIDS teilen eher aggressive Kinnhaken aus anstatt einem Messer in den Rücken zu stechen. Und auch die Putzfrauen-Referenz im Bandnamen dürfte eher auf das benötigte Aufräumkommando nach einer Clubshow dieser Herren hinweisen. Denn die Songs von „Dance or Die“ hauen doch überwiegend sehr direkt auf die Kauleiste.
Lugen im Opener „Reaping“ noch KVELERTAK deutlich um die Ecke, prügelt sich die Band spätestens in „Snort Vinyl, Play Coke“ durch ein dreckiges „Hardcore Workout“ das kurze Zeit danach gleich noch einen eigenen Titel spendiert bekommt (der zugehörige Track entpuppt sich aber als knappes Synth-Interlude).
Davor trifft „Two-Faced“ den Sound der Band doch ziemlich gut auf den Kopf. Denn trotz Rüpel-Punk-Attitüde spielt der Rock'n'Roll eine wichtige Rolle bei den Mörderputzfrauen.
„D.O.D“ (Dance Or Die) macht seinem Namen alle Ehre und eignet sich bestens dazu, die eigenen vier Wände zu Kleinholz zu moshen, ehe „Norwegian Hollywood“ mit einer glamourös-kaputten Bridge glänzt.
Aber auch sonst geht hier der angepisste Punk ab. In „Loud, Lewd, Lazy“ lehnt der sich aber eher süffisant prollig auf dem versifften Sofa zurück als einem direkt ins Gesicht zu schlagen.
Mit „You Say, We Say“ folgt nochmal ein Moshpit-Garant, ehe „Sexual Vacation“ sich thematisch selbst erklärt. Der Rausschmeißer „Ethanol“ rockt dann mit leicht angeknackstem Hüftschwung drauflos und tendiert stärker gen Heavy Metal als Haudrauf-Punk zu sein. Dieser Entspannungsmodus macht das Album aber erstens rund und zweitens ist der Song sowas wie das Abschlusshighlight, denn er zeigt, dass die Musiker auch in der Lage sind, ihre Energie ein wenig differenzierter zu kanalisieren.
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FAZIT: Hier gibt’s eine gute halbe Stunde akustischen Druckabfall. Die MURDER MAIDS zocken sich wenig subtil, dafür aber sympathisch, durch „Dance or Die“, wobei die Grenze zwischen dem „Dance“ und dem „Die“ eher schwammig ist. Vor Langeweile stirbt hier sicher keiner, aber im Moshpit dürften sich wenigstens ein paar potenzielle Gefahrenmomente anbahnen. Hardcore halt…
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 11.04.2023
Max Westen Aune
Noah Valentin Foshaug
Bendik Melting Rødli, Elias Motzfeldt Fredriksen
Jon Anders Venger
Fucking North Pole Records
31:09
17.03.2023