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Mushroom Giant: In A Forest

Stil: Instrumental Progressive- und Post-Rock

Cover: Mushroom Giant: In A Forest

„In A Forest“ gleicht in vielerlei Hinsicht einer filmischen Reise durch die Vielseitigkeit der Natur. Ist der eröffnenden Brocken „Owls“ gemeistert, finden sich lautmalerische Momente zwischen dröhnenden Riff-Bergen, psychedelischen Melodien und Kopfkino-Sequenzen, die einer nächtlichen Fahrt durch eine endlos erscheinende Waldstrecke gleichen.

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Fast wie bei einem Thriller lassen Melodien wie am Anfang von „Vestige“ einem die Haare zu Berge stehen, graben sich wie die Wurzeln einer Pflanze langsam aber beständig ins Unterbewusstsein, finden in den psychedelischen Gitarrenleads aber auch sehr visuell angelegte Momente, die Bilder von sprießenden Knospen und farbigen Blüten wach werden lassen.

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Die getragene Stimmung von „Earthrise“ weckt dagegen Assoziationen zum Verlauf eines Tages. Gemächlich schiebt sich die Sonne über den Horizont, taucht die Erde in ihr warmes Licht, wodurch sich das Leben sichtbar zu regen beginnt. Die bedachte und detailreiche Inszenierung zieht einige Parallelen zum Post-Rock, was dem instrumentalen Auf und Ab gut zu Gesicht steht.
Dank seinem hibbeligen Charakter zieht „Aire River Rapids“ gar kurze Assoziationen zum Punk, was aber nicht bedeutet, dass die farbenfrohe Inszenierung flöten geht.

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Im Gegenteil, gerade zum Ende hin scheint die Sonne durch das Blätterdach des Waldes, ehe „Mountain Ash“ zackiger groovt und vielleicht die Geschäftigkeit der Waldbewohner vor einem nahenden Unwetter vertont. Alles wuselt, wirkt aufgeregt und doch ist diese Energie ganz normaler Alltag, was hier durch den fast lässigen Groove repräsentiert wird.
Nach einem doomigen Walzengroove par excellence kehrt in „And Earthly Remains“ ein wenig Ruhe ein. Es wird wärmer (der Bass), die Gitarren klingen verspielter und erzeugen einen beinahe meditativen Zustand, was ja auch wieder sehr gut zum Thema des Albums passt. Denn wo findet der Mensch oft zur Ruhe? Richtig, bei einem Waldspaziergang.
Diese Ruhe klingt auch in „The Green Expanse“ durch. Die Gitarren scheinen ein wenig über dem verhaltenen Groove zu schweben, was dem Stück einen sehr ätherischen Charakter verleiht. Und doch expandiert das Stück immer weiter, öffnet sich in lichte Sphären und wird damit seinem Titel durchaus gerecht.

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FAZIT: MUSHROOM GIANT sind entgegen ihres Bandnamens keineswegs hippieske Pilzköpfe, sondern eher musikalische Cineasten. Ob „In A Forest“ jetzt eine vertonte Naturdokumentation oder vielleicht doch ein Film über die grundlegende Kraft der Natur als Wurzel allen Lebens ist, ist Ansichtssache. Dass das Album aber eine kurzweilige Instrumentalreise mit Potenzial zur Entspannung des Geistes ist, ist dagegen Fakt.

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 21.05.2023

Tracklist

  1. Owls
  2. Vestige
  3. Earthrise
  4. Aire River Rapids
  5. Mountain Ash
  6. And The Earthly Remains
  7. The Green Expanse

Besetzung

  • Bass

    Craig Fryers

  • Gitarre

    Simon Wade, Craig Fryers, Derek Richards

  • Keys

    Simon Wade

  • Schlagzeug

    Trent Horwood

Sonstiges

  • Label

    Bird’s Robe Records

  • Spieldauer

    41:37

  • Erscheinungsdatum

    28.04.2023

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