1980 erschien „Floating Music“ als zweites Album Robert Schroeders auf Klaus Schulzes „IC-Label“. Passende Heimstatt für ein Werk, das die aktuellen Strömungen der damaligen elektronischen Musik reflektierte und gleichzeitig eine Art Blaupause für die kommenden Jahre abgab. Remastered und mit einem dreiundzwanzigminütigen Bonustrack auf die Lauflänge von einer Stunde aufgepeppt, erscheint „Floating Music“ 2023 auf Lambert Ringlages Spheric Music-Label zum zweiten Mal.
Und hält dem test of time stand. Locker. Die klangliche Aufbereitung ist gelungen, „Floating In Slow Music“ ist ein inspiriertes Spiel mit den Motiven des vorangegangenen Albums. Kein Füllsel, sondern ein Bonus, der sich lohnt. Robert Schroeder beherrscht die schwebenden, trancehaften Klänge, die Klaus Schulze gerne spielte ebenso wie die rhythmischere Variante, die TANGERINE DREAM zu Beginn der 80er präferierten. Schröder bewegt sich elegant in Zwischenräumen und findet dabei seinen eigenen Pfad. Seine Stücke sind vergleichsweise kurz, das zusätzliche „Floating In Slow Motion“ hält mit seiner Länge den neunminütigen Titeltrack, als längstem Song der Erstveröffentlichung, deutlich auf Abstand.
Doch selbst, wenn Schroeder sich in gut einminütigen Sphären herumtreibt, wirkt seine Musik nie gehetzt oder komprimiert. Das sind Traumreisen in mild wogende Entspannungszonen, in denen es zirpt, flirrt und zischt und rhythmische Elemente bestimmend wirken können, ohne dass Hektik ausbricht, „Out Of Control“ gönnt sich sogar einen Ausflug Richtung Funk, um anschließend ins atmosphärische „Shadows In The Night“ überzuleiten, das passagenweise an TANGERINE DREAMs „Cyclone“ erinnert. „Floating In Slow Motion“ kondensiert die Essenz des Albums, gönnt sich einen langen Atem, um Spannungsbögen zu kreieren, die sich zu einem rauschhaften Trip zwischen perlendem Traum und pulsierender Trance auswachsen.
FAZIT: „Floating Music“ ist ein Highlight in Robert Schroeders Diskographie. Die Neubearbeitung ist klanglich überzeugend, der lange Bonustrack ein Gewinn. Auch Besitzer des Originalalbums, die dieses schätzen, kommen um eine Neuanschaffung kaum herum.
Punkte: 13/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 20.01.2023
Robert Schroeder
Robert Schroeder
Spheric Music
59:05
10.01.2023