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Ruïm: Black Royal Spiritism – I. O Sino da Igreja

Stil: Black / Death Metal

Cover: Ruïm: Black Royal Spiritism – I. O Sino da Igreja

<img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/7fe4120f5de04fea8f61eb6d3f9086d4" width="1" height="1" alt=""> Rune "Blasphemer" Eriksen war die heimliche musikalische Triebfeder von Mayhem (1994 bis 2008), hat mit Aura Noir eine der langlebigsten Black-Thrash-Combos am Start und steht bei Vltimas an der Seite des ehemaligen Morbid-Angel-Frontmanns David Vincent - doch das scheint dem gebürtigen Norweger, der schon lange in Portugal lebt, nicht genug zu sein, denn jetzt erscheint das erste Album seines Quasi-Soloprojekts RUÏM, womit er zu seinen Wurzeln im extremen Metal zurückgehen möchte.

Allerdings geht dieser Ansatz weiterhin mit Eriksens visionärer Haltung einher, wobei sich das Ergebnis tatsächlich am ehesten mit seiner Beteiligung an den Mayhem-Alben "Grand Declaration of War" (2000) und vor allem "Chimera" (2004) vergleichen lässt. Zwischen Harmonie und Dissonanz (dito: ´Evig Dissonans´, kommt obendrein mit leisem Industrial-Touch) oszillierende Tremolo-Riffs, gallige Screams und ein rasender Drummer - César Vesvre (Agressor, Thagirion) - prägen das Klangbild von „Black Royal Spiritism – I. O Sino da Igreja“

Die Platte soll auf inhaltlicher Ebene der Startschuss zu einer Trilogie von Alben sein, die Vocals übernimmt Blasphemer selbst auf Englisch, Portugiesisch und Norwegisch, die Texte wurden von der mystisch-spirituellen Umbanda-Religion beeinflusst, die insbesondere in Südamerika verbreitet ist… kopflastige Kost, die sich gleich in den eröffnenden zehn Minuten von ´Blood.Sacrifice.Enthronement´ widerspiegelt, einer waschechten Black-Metal-Suite in gefühlt drei oder vier "Sätzen" mit progressivem Flair.

´The Triumph (Of Night & Fire)´ überschlägt sich hingegen fast durchgängig über viereinhalb Minuten hinweg mit komplexem Lichtgeschwindigkeits-Riffing, eine gewöhnliche Songstruktur ist hier ebenso wenig zu erkennen wie im nahezu Ambient-artige "Zwischenspiel ´Ao Rio´. Im zweitlängsten Stück ´Black Royal Spiritism´ wird genauso wie im Anspieltipp ´Fall Of Seraphs´ (was für Hammerriffs!) Gänsehaut-Atmosphäre großgeschrieben, wobei sich Vergleiche zu Franzosen wie Deathspell Omega oder Aosoth und auch den deutschen Farsot aufdrängen.

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Das ebenfalls manisch rasende ´The Black House´ ist mit seiner Titel-Hookline die eingängigste Nummer im Aufgebot und schlägt in eine ähnliche Kerbe wie ´O Sino da Igreja´ zum Schluss, woraufhin man das Album erneut hören muss… mehrmals, denn die Songs an sich sind sperrig, und der Eindruck eines in sich geschlossenen Gesamtwerks verhärtet sich, je länger man sich damit beschäftigt.

FAZIT: Progressiver Extrem-Metal mit tiefen Wurzeln im dissonanten Black Metal - RUÏM sind Nischenmusik für Gourmets, die ein Album wochen- oder monatelang in Dauerschleife hören, um hinter sein Geheimnis zu kommen. Die Faszination von "Black Royal Spiritism – I. O Sino da Igreja" geht zwar auch von der atemberaubenden Musikalität des verantwortlichen Duos aus, doch was den Hauptreiz ausmacht, ist die eigenwillige Stimmung, die von der Musik erzeugt wird.

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 17.05.2023

Tracklist

  1. Blood.Sacrifice.Enthronement
  2. The Triumph (Of Night & Fire)
  3. The Black House
  4. Black Royal Spiritism
  5. Evig Dissonans
  6. Fall Of Seraphs
  7. Ao Rio
  8. O Sino da Igreja

Besetzung

  • Bass

    Rune Erikson

  • Gesang

    Rune Erikson

  • Gitarre

    Rune Erikson

  • Schlagzeug

    César Vesvre

Sonstiges

  • Label

    Peaceville / Edel

  • Spieldauer

    55:02

  • Erscheinungsdatum

    26.05.2023

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