Ob SMOKEMASTERs zweites Album „Cosmic Connector“ nur unter Zuhilfenahme von Kräuterdampf die musikalische Offenbarung bereithält, kommt ganz auf den persönlichen Gusto an. Eine Vorliebe für psychedelischen Rock, der seine Inspiration u.a. aus den Sixties und Seventies zieht, also einer Hochzeit des Genres nacheifert, ist aber sicher nicht verkehrt.
Darüber hinaus finden sich allerlei Anleihen anderer artverwandter Musiksparten im Sound dieser Kölner wieder. Gerät das eröffnende Titelstück zunächst ausufernd und psychedelisch, sodass PINK FLOYD mehr als einmal um die Ecke lugen, führt „Rolling“ im Anschluss wieder auf die Erde zurück. Zwar verschwinden die psychedelischen Einflüsse nicht komplett, aber dank dem Blues-Rock-Fundament ist die Bodenhaftung deutlicher zu spüren.
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„Animal“ stapft entschlossener aus den Boxen, wobei der Gesang ein klein wenig die Krallen ausfährt und mit kratzigen Blues-Referenzen Eindruck schindet. Dazu dröhnt die Orgel warm und in den Gitarren offenbart sich nach und nach eine ganze Menge Gefühl. Zwar wirkt „War Piece“ im Anschluss wie ein klassisches 'Love & Peace'-Klischee-Versatzstück, entwickelt sich musikalisch aber zum wohl intensivste Titel auf diesem Album. Es wird melancholisch, die ein oder andere Referenz an PINK FLOYD bleibt nicht aus und doch geht die Nummer mit ihrem langsamen Rhythmus und dem sonor-dunklen Gesang durch Mark und Bein. Großes Psychedelic-Rock-Kino und das Highlight dieser Scheibe!
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Das rhythmische „Forest“ spinnt den Faden seines Vorgängers weiter, hat gesanglich fast schauspielerische Züge, wodurch es wirkt als würde hier ein Monolog rezitiert. Dazu ist die, treibende Wärme des Songs eine Wucht und erinnert entfernt an eine druckvollere und entschlossenere Version von THE DOORS.
„America Dreamt“ gerät wieder spaciger, braucht aber einige Zeit, um aus dem Quark zu kommen. Klar, knappe zehn Minuten Spielzeit wollen aktiv genutzt werden, aber im Fluss des Albums hätten es hier auch ein paar Minuten weniger getan. Das ist aber der einzige Kritikpunkt, denn in Gänze vereinen SMOKEMASTER zum Abschluss beinahe alle Elemente dieser Scheibe in einem Song. Von den psychedelischen Irrungen des Keyboards, über fiedelnde Gitarrensoli, bis hin zu wenig artikuliertem, aber passenden Singsang ist alles vorhanden.
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FAZIT: Sicher könnte „Cosmic Connector“ seine Fühler gen Sternenzelt vielfach verstrickter, vielleicht aber auch nachvollziehbarer ausstrecken, wenn der Hörer sich unter einer Käseglocke aus Kräuterdampf befindet. Aber auch bei klarem Kopf sind SMOKEMASTER gut hörbar. Vorausgesetzt eine gewisse Vorliebe für spacige Sounds und psychedelischen Rock ist vorhanden.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 31.05.2023
Tobias "Tobmaster" Schmidt
Björnson Bear
Jerome "Jay" Holz, Björnson Bear
Tobias Tack
Lukas Bönschen
Tonzonen Records
41:52
21.04.2023