Schublade ade. SONDERMARKE machen ihrem Namen alle Ehre, indem sie sich kaum um Genres scheren. Und trotzdem duftet es beständig nach „Indie“. Aber diese Stilbezeichnung ist ja sehr weit gefächert und letztendlich so wenig aussagekräftig wie der Albumtitel „Von dunkel bis kopfüber“.
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Dass hier keine eindeutige Botschaft erkennbar ist schadet der Musik nicht. Stattdessen klingt die „Hölle“ entgegen ihrem Titel nach elektronischem Pop-Rock mit Tanzbeats. Das eröffnende „Streichholz“ klingt dagegen doch tendenziell nach eingängigem Punkrock wie ihn u.a. Bands wie MASSENDEFEKT mittlerweile abliefern.
Und auch wenn SONDERMARKE selbst wohl nicht genau wissen, was sie für Musik machen, wie sie in „Ist das Pop?“ bekunden, ist es letztendlich egal, ob und in welche Stil-Schachtel sich die Band (nicht) pressen lässt. Denn die Grundlage aller Songs ist eine nicht zu verachtende Eingängigkeit, die immer wieder hart an der Grenze zum Radio-Kitsch kratzt (z.B. „Unterholz“).
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Das ist aber sicher kein Nachteil, denn die Songs klingen in all ihren Facetten interessant, mal mehr mal weniger sanft, aber immer gut gemacht.
Das bedeutet, dass die Refrains zügig ins Ohr gehen und auch diverse Feinheiten wie Streicher, ein Piano (u.a. im erwähnten „Unterholz“) oder eine sanft ansteigende Ballade mit zurückgehaltenem Gesang („Morgenlicht“) zur jeweiligen Stimmung der Songs passen.
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FAZIT: Grundsätzlich gibt’s hier nicht viel auszusetzen, vorausgesetzt die glatte Inszenierung der Musik sagt einem zu. Denn letzten Endes klingt „Von dunkel bis kopfüber“ von SONDERMARKE weder nach Dunkelheit, noch nach einer Perspektivänderung auf ein wie auch immer geartetes Genre. Trotzdem sollten Freunde von Indie-Rock mit Pop-Tendenzen hier wenigsten anfänglich auf den Geschmack kommen.
Punkte: 9/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 23.09.2023
Seegang Musik
28:49
19.05.2023