2023 beginnt passend mit dem dreiundzwanzigsten Album Alfred Muellers, wie gewohnt unter dem Signet SONIQ THEATER. Die Ein-Mann-Band widmet sich der Robotronik , und das ist sehr achtbar geworden. Das Faible für Progressive Größen wie ELP ist weit in den Hintergrund getreten, stattdessen lugen Techno in seiner artifiziellen Form, das zwischen Pop und New Age changierende Gespür Jean-Michel Jarres, die „Drive Inn“-Phase Klaus Schulzes mit Rainer Bloss und YELLO („Cyborgs“, Oh Yeah) hervor.
Dem Thema entsprechend spielt rhythmische Akzentuierungen eine große Rolle, hier passt natürlich auch die Arbeit am Drumcomputer bestens hin. Trotzdem laden immer wieder flächige, verträumte Soundlandschaften zum Verweilen und Schweben ein. Repetitives trifft auf Abwechslungsreiches, quietschende Roboter-Mechanik auf pulsierendes Hämmern sowie Trance’n’Dance. Der Anfang von „Cyborg“ erinnert an ART OF NOISE, „Working Robots“ setzt die Mechanisierung maschineller Arbeit gekonnt um, während „Cyber Space“ flirrend durch den Raum gleitet.
Der stumpfe Rhythmus der „Robot Brain“ einleitet, besitzt einen nachdrücklichen „Assault On Precinct 13“-Touch, wird aber von leichteren Tonfolgen überspielt. Schade eigentlich. Dennoch ein beschwingter Track. Später geht’s juchzend in die Cybermen-Disco. „Robot Dance“ erinnert launig an die 70er, in denen der Munich Disco Sound, SPACE mit „Magic Fly“ und HOT BUTTERS „Popcorn“ die Charts enterten. Zwischendurch rieselt es auch mal muzakmäßig vor sich hin, aber das hält sich in erträglichen Grenzen.
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FAZIT: „Robotron“ macht Laune. SONIQ THEATERs wildbewegter Ausflug in die Welt der musikalischen Mechatronik, samt schwärmerischen Zwischenspielen, ist ein gelungener elektronischer Auftaktritt ins Jahr 2023. Prog macht eine kleine Pause und das steht Alfred Muellers Soloprojekt sehr gut.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 13.02.2023
Alfred Mueller
Alfred Mueller
Eigenprorduktion
41:36
2023