Zurück

Reviews

Soulprison: Vision of the Void

Stil: Metallic Hardcore

Cover: Soulprison: Vision of the Void

Die Kombination von Metal und Hardcore wird immer mal unter dem Terminus 'Metalcore' in einen Topf geworfen, in dem viel drin ist, aber auch sehr viel eigentlich gar nicht hinein gehört. So auch der neue Output von SOULPRISON.
Denn „Vision of the Void“ ist unverkennbar im Hardcore verwurzelt, geizt aber auch nicht mit metallischer Finesse und sogar einem kleinen Gitarrensolo in „Leash“.

<center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/ib-P_j1qs1s" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" allowfullscreen></iframe></center>

Atmosphärisch und auch textlich lässt das Quartett in sämtlichen Songs ordentlich die Sau raus und macht seiner angestauten Wut Luft. Damit hat diese EP vielleicht auch das Potenzial zur Kurztherapie. Immerhin haut das Material durchweg auf die Zwölf, allerdings ist die Spielzeit mit ca. zweiundzwanzig Minuten nur relativ knapp bemessen.
Das hat zur Folge, dass SOULPRISON eine heftige und direkte Energie freisetzen. Die Songs wirken stellenweise wie gehässig herausgekotzte Wutausbrüche. Roh, ungehobelt und voller Aggression, immer wieder auf die Schnauze.

<center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/y3D6ukmDrtQ" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" allowfullscreen></iframe></center>

So schafft „Vision of the Void“ aber auch Raum zum persönlichen Stressabbau – einer der Grundpfeiler des Hardcore-Gedankens. Besser, die Wut wird in Musik gepackt, als durch zwischenmenschliche Konflikte gelöst zu werden.
„Boiling Point“ ist hierbei ein Paradebeispiel dieser Haltung und klingt nach Frustrationsbewältigung par excellence. Metallische Riffs, mörderisches Gebrüll und ein Breakdown, zu dem es sich gepflegt ausrasten lässt.

<center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/pdzk__ziDY8" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" allowfullscreen></iframe></center>

FAZIT: Das beeindruckende an dieser EP ist weniger die Musik an sich, sondern eher die ungefilterte Wut und der direkte Hass, der hier vertont wurde. SOULPRISON haben wenig Lust auf Nettigkeit, sondern lassen ihren Emotionen freien Lauf. Dass das in Form von Musik allemal tausendmal sinnvoller ist als auf potenziell andere Formen der Gewalt zurückzugreifen sollte klar sein. Da „Vision of the Void“ ein echter Knaller geworden ist, hofft man auf eine baldige Fortsetzung der Therapie.

<center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/WbybWyxduVM" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" allowfullscreen></iframe></center>

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 21.01.2023

Tracklist

  1. Mental Wasteland
  2. Legacy of Pain (ft. Marion Joëlle von Path Of Resurgence)
  3. Vision of the Void
  4. Leash
  5. Boiling Point (ft. Zelli von Paleface)
  6. Infinite Chaos

Besetzung

Sonstiges

  • Label

    Warriors Records/Nuclear Family Records

  • Spieldauer

    22:05

  • Erscheinungsdatum

    01.12.2022

© Musikreviews.de