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Reviews

Sound of Smoke: Phases

Stil: Psychedelic Soul Rock

Cover: Sound of Smoke: Phases

Ein Pilzschloss auf einer Regenbogenerde unter dem Banner der verschiedenen Mondphasen. Na, das kann ja heiter werden…
Doch siehe da, „Phases“ klingt viel weniger 'verdrogt' als das Cover vermuten lässt. Stattdessen zieht vor allem Sängerin Isabelle Bapte den Fokus zunächst auf sich, lässt ihre warme, soulige Stimme doch mehr als einmal aufhorchen.

Bis zum drittplatzierten Titeltrack erschaffen SOUND OF SMOKE einen stetig wachsenden Strudel aus Energie, verqueren Retro-Rock-Sounds und Hippie-Attitüde. Dabei ist alles sehr gut gemacht, aber der erste wirkliche „Aha-Moment“ ist „Chasing the Light“. Dank leicht orientalisch klingender Instrumentierung wirkt der Song wie eine Art Astralreise unter dem Einfluss spaßiger Naturprodukte.
Und doch wohnt der Musik eine filigrane Intimität inne, die fast an Verletzlichkeit grenzt. „Empty Streets“ schiebt diese Zartheit aber sogleich in eine angenehmere Richtung. Mit fast poppiger Leichtigkeit wandern die Musiker eine einsame Straße entlang, versunken in die eigenen Gedanken, nur hier und da mit kurzen Blicken gen links und rechts liegt der Fokus darauf, einen Fuß vor den anderen zu setzen, wo es wirklich hingehen soll, ist erstmal egal. Mit jedem Schritt entspannt der Geist und der Blick schweift ziellos umher.

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Bevor aber die innere Entspannung zu Apathie wird, lockert „Candy“ als hyperaktive Blueshymne an jegliche Kariesfördermittel die Stimmung wieder auf. Und vielleicht ist der „Sheriff“ so tiefentspannt, weil er weiß, dass zuckerliebende Hippies eher nicht dafür bekannt sind, Kleinholz aus ihren Lieblingskneipen zu machen. Zum Ende hin bekommt der Hutträger sogar richtig Lust loszusteppen, zumindest wenn man den warmen Gitarrenexzessen lauscht.
Aber es ist noch nicht aller Tage Abend und die Nacht ist auch noch nicht rum, also heißt es: Tanzen! „Wheit Raebbit“ atmet ganz viel Soul der dazu ermuntert, die Hüften zu schwingen und den Moment zu genießen, egal ob mit oder ohne Zuhilfenahme von Spaßmachern. Wobei – vielleicht würden die kleinen Bewusstseinsturbos die Entscheidung erleichtern, ob auf der „Desert Road“ jetzt in Richtung Stoner-Rock- oder doch eher auf die Blues-Rock-Road abgebogen werden soll. Musikalisch geht’s für SOUND OF SMOKE hier auf alle Fälle im Affenzahn durch beide Stile. Ellenlange Instrumentalimprovisationen inklusive.
„Darkness“ gemahnt hier und da an blutjunge BLACK SABBATH und legt den Fokus noch ein wenig mehr auf den fabelhaften Gesang von Isabelle Bapte. Gleiches gilt für das abschließende „Preacher“, das die „Peace, Love and Mushroom“-Thematik von „Phases“ mit entspannten Vibes und den Bildern von kämpferischen und doch entspannten Hippies beim gemeinsamen Suppen-Dinner beendet.

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FAZIT: „Phases“ wird seinem Titel dahingehend gerecht, als dass es durch diverse Arten des Hippie-Rocks führt, dabei aber (dank der Zuhilfenahme von klanglichen Psychedelika) eine Vielzahl von Wendungen und Abzweigungen in diverse, musikalisch nahe, Grenzbereiche vollzieht. Damit zeigen auch SOUND OF SMOKE, dass der musikalische Retro-Trend nach wie vor interessante und künstlerisch relevante Früchte hervorbringt.

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 10.03.2023

Tracklist

  1. Shadows
  2. Ocean Drive
  3. Phases
  4. Chasing the Light
  5. Empty Streets
  6. Candy
  7. Sheriff
  8. Wheit Raebbit
  9. Desert Road
  10. Darkness
  11. Preacher

Besetzung

  • Bass

    Florian Kiefer

  • Gesang

    Isabelle Bapte

  • Gitarre

    Jens Stöver

  • Keys

    Isabelle Bapte

  • Schlagzeug

    Johannes Braunstein

  • Sonstiges

    Isabelle Bapte (Flöte)

Sonstiges

  • Label

    Tonzonen Records/Soulfood

  • Spieldauer

    45:08

  • Erscheinungsdatum

    24.02.2023

© Musikreviews.de