SPECK wünschen „Eine Gute Reise“, befahren die unbegrenzte „Krautobahn“, generieren ihre eigenen Räume in „kosmischem Regen“ und enden schließlich im „Geisterschloss am Strand“.
Äh, ja… Rauchkraut anyone?
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Jedenfalls passen die Songtitel verflixt gut zu dem weltraumaffinen Krautrock, den dieses Trio kredenzt. Die vier Tracks ihres Debüts treiben dem Hörer den Schweiß auf die Stirn, wobei die Musiker in Stücken wie „Krautobahn, unbegrenzt“ ziemlich lässige Kraftmusik aufbereiten. Da passt das Bild einer Fahrt auf einer endlosen Autobahn mit Bleifuß durch die Nacht doch erstaunlich gut. Die Landschaft zieht verschwommen an einem vorbei und erst „Kosmischer Regen“ vermag den Trip zu bremsen.
Die Atmosphäre grenzt an psychedelischen Doom-Rock, die Gitarrenmotive schwirren an den Hörer heran, werden im nächsten Moment aber schon wieder davon getragen. Dazu kommt dieser stoische Rhythmus, welcher unnachgiebig im gleichen Takt schlägt, aber trotzdem nicht ermüdend wirkt. Die Soundspielerein an der Gitarre wissen zu fesseln, ob durch wirkliche Spannung, oder eher anhand der psychedelischen Stimmung ist in diesem Fall zweitrangig.
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Der „Raumgenerator“ wartet mit pulsierendem Bass und verschrobener Stimmung auf, die sich in über vierzehn Minuten ganz schön in die Länge zieht. Allerdings warten SPECK immer wieder mit einigen Wendungen in Sachen Tempo und Druck auf, sodass die Musik unterm Strich weniger ermüdet, als zunächst vermutet. Obwohl ein, zwei Minuten weniger dem Song nicht geschadet hätten.
„Das Geisterschloss am Strand“ dagegen schafft es tatsächlich eine Art gespenstische Stimmung zu erzeugen, die im Kontext des Albums aber eher Hui Buh als Poltergeist ist. Das Tempo wird rausgenommen, die Riffs und Grooves werden bis zum Maximum ausgereizt und doch wirkt die Musik freundlich. Das ist ein klein wenig wie der Besuch einer Jahrmarktgeisterbahn: Das Bewusstsein, dass hinter jeder Ecke eine Art Scheusal wartet ist da und doch ist dieser kleine Nervenkitzel, gerade weil er wissentlich zügig wieder vergeht, spannend und einladend.
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FAZIT: SPECK spielen auf „Eine Gute Reise“ die Vielfalt von Kraut-, Space- und Psychedelic-Rock spannend aus. Das Auf und Ab des Sounds unterstreicht den Albumtitel dahingehend, als dass es sich lohnt, hier einfach mal abzuschalten und sich in die Musik fallen zu lassen. Wer weiß, wo man am Ende landet?
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 06.11.2023
Lisa Winkelmüller
Marcel Cultrera
Patrick Säuerl
Tonzonen Records
44:32
20.10.2023