Nach dem gewagten, teils Alternative-Rock- und Nu-Metal-orientierten Debakel, das SUICIDE SILENCE mit ihrem selbst betitelten Album (2017) bei alteingesessenen Fans heraufbeschworen, stimmte „Become The Hunter“ (2020) selbige wieder einigermaßen versöhnlich. Die "richtige" back-to-the-deathcore-roots-Abfahrt erleben Anhänger der US-Amerikaner allerdings erst jetzt.
Auf “Remember… You Must Die” wirkt nichts nur ansatzweise innovativ, dafür aber auch nicht halbherzig "originell" oder bemüht experimentierfreudig. Gleich das eröffnende ´You Must Die´ bietet eine gediegene Mischung aus Geknüppel und Breakdowns ohne Melodien; Shouter Herman Hermida pendelt zwischen Growls und Screams, während sich die beiden Gitarristen gegenseitig im Spielen fiepender Obertöne überbieten.
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Produzent Taylor Young (Xibalba, Vitriol, Drain) sorgte unterdessen speziell im kritischen Schlagzeugbereich für einen einigermaßen organischen Sound, von dem SUICIDE SILENCE insbesondere in den viehisch schweren Downtempo- und Halftime-Parts (´Fucked For Live´, ´Full Void´) profitieren. Und letztlich wird "Remember You Must Die" auch deshalb zum logischen, legitimen Nachfolger von "You Can't Stop Me" (2014), weil die Band zwischendurch auf die Tube drückt, ohne sich und ihren Hörern absichtlich Stöcke zwischen die Beine zu werfen.
In dieser Hinsicht liegen ´Kill Forever´ (Black-Metal-Gitarren inklusive), das partiell thrashige ´Be Deceived´ und ´Endless Dark´ (nicht einmal zweieinhalb Minuten Spielzeit) weit vorne. Die Zahl der Gitarrensolos war auf dem direkten Vorgänger höher, doch als Absichtserklärung, keine Gefangenen zu machen, funktioniert das Album in knapp 40 Minuten bestens.
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FAZIT: „SUICIDE SILENCE ist wieder SUICIDE SILENCE“, gibt Gitarrist Chris Garza markig zum Besten, und man muss ihm klaglos zustimmen, denn "Remember Yuu Must Die" ist seinem Titel entsprechend das Memento Mori einer Band, die vorerst nichts mehr anbrennen lassen möchte. 2023 klingt Deathcore zumindest bei diesem Fünfer ziemlich genau so, wie er zu seiner "Gründerzeit" vor etwa 20 Jahren klang - frühe All Shall Perish (die ex-Combo des Frontmanns ja übrigens) und Job for a Cowboy lassen grüßen, während Verächter des Genres zu ihrem eigenen Besten bitte ganz schnell die Flucht ergreifen. <img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/17658a490ae24a1fbdb9e4866cb146e3" width="1" height="1" alt="">
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.03.2023
Dan Kenny
Eddie Hermida
Chris Garza, Mark Heylmun
Ernie Iniguez
Century Media / Sony
39:36
10.03.2023