ROSIER ist ein bilinguales Montrealer Musik-Kollektiv, das auf seinem Album „Elle Veille Encore“ die weibliche Stimme vornehmlich in Französisch in den Mittelpunkt ihrer Kompositionen stellt. Die vier Frauen plus einem männlichen Vertreter erzählen auf ihrem Album verletzlich-zärtlich vor allem über Mutter-Tochter (Kind)-Beziehungen und ihre diversen Herausforderungen.
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Hierzu passend ist die Musik sehr ruhig, folkig-verträumt und teilweise bis zum Minimum reduziert. So werden die Stimmen in „fais ta prière“ nur von ein paar Gitarrenakkorden begleitet; in „berceuse (elle veille encore)“ sind es lediglich Streicher, was eine besondere Intimität und eindringliche Nähe zu den Stimmen schafft. Die zart-verträumten Stimmen der Sängerinnen ergänzen sich hierbei perfekt, verweben sich ineinander und erzeugen so einen ganz eigenen Klang.
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Das vergleichsweise schon fast rockige „n'as-tu jamais vu d'oiseaux" ist ein schönes Beispiel wie sich die geschmackvollen Gesangsmelodien mit der entspannten Instrumenten-Klangwelt verweben und eine besondere Magie entfalten. „other forms“, eine (und die einzige) englischsprachige Nummer, kommt etwas weniger schwermütig daher und hat einen leichten Pop-Einschlag, was auch den etwas folkloristischen Instrumenten-Einwürfen geschuldet ist. Und ein wenig melancholische französische Chanson-Stimmung wie in „berceuse (elle veille encore)“ darf natürlich auch nicht fehlen, wenn man in dieser Sprache singt. Dieser Song ist der perfekte Soundtrack für eine Film Noir Liebesschmerz-Szene - trauriger geht es musikalisch fast nicht. Von diesen Nummern hätte man gerne noch ein paar mehr auf den ‚Kurz-Player‘ packen können, dessen Albumlänge mit 23 Minuten etwas spärlich geraten ist.
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FAZIT: Das Album „Elle Veille Encore“ von ROSIER ist alles nur keine Partymusik. Hier geht es traurig, nachdenklich und verträumt zu. Und es geht es um die Geschichten und die Stimmen, die sie erzählen. Die spärliche Instrumentierung unterstreicht diesen Effekt nur noch und nimmt uns so mit auf eine nachdenkliche Reise in die weibliche Gefühlswelt von Müttern und Töchtern. Ein spannendes, Hörererlebnis, das einen nachdenklich und leicht melancholisch zurücklässt.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 13.12.2024
Marie Savoie-Levac
Beatrix Methe, Sarah Marchand-Lebosse
Eleonore Pitre, Colin Savoie-Levac, Quinn Bachand
Beatrix Methe, Sarah Marchand-Lebosse, Mathieu David Gagnon, Quinn Bachand
Quinn Bachand
Marie Savoie-Levac (Flöte), Mommies on the Run (Cello, Geige)
Steeplejack Music
23:21
08.11.2024