Heavy Rock of Doom aus Dresden. Das 'kleine grüne Ding' kriecht aber weniger faulig aus dem Musikmorast, als vielmehr das Unkraut im duftenden Blumengarten zu jäten. Soll heißen: SLOW GREEN THING zelebrieren zwar den Schneckenrock, wissen aber auch um die anregende Wirkung von Kräuterdampf.
Für Kiff-Doom klingt „Wetterwarte/Waltherstraße“ zwar tendenziell zu zäh und an mancher Stelle auch etwas zu verzerrt-dräuend (u.a. in „The Sunshine In Me“, das schicksalhaften Doom-Rock in Parade durchexerziert), aber die psychedelische Wirkung von Musik muss ja auch nicht immer auf Drogenzusätzen beruhen.
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Vielmehr wissen SLOW GREEN THING um die Wirkung von Kontrasten, wenn ätherische Klangspektren auf heldenhafte Gitarrensoli treffen („Tombstone In My Eyes“), oder wenn in „Whispering Voices“ hypnotische Stimmung mithilfe von musikalischer Reduktion erschaffen wird.
Wie die Ruhe vor dem Sturm zieht sich die Saitenfraktion in den Strophen zurück, macht Percussion und sphärischem Gesang Platz, ehe der Refrain die große Riffwand in die Höhe zieht.
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Dabei klingt der Gesang zu jeder Zeit eindringlich, kratzt ab und zu an der Grenze zur Verzweiflung, lebt aber stets von ehrlichen Gefühlen, die unvermittelt an den Hörer herangetragen werden.
„I Am Universe“ beendet „Wetterwarte/Waltherstraße“ mit apokalyptischer Stimmung zwischen An- und Entspannung und wirkt dadurch ein wenig wie das letzte Aufbäumen eines Untiers, das seinen finalen Weg beschreitet.
Der Gottvergleich im Text zeugt also weniger von Größenwahn als von philosophischen Gedankenspielen, die in treibendem Stoner-Groove ausgeschwitzt und durchexerziert werden.
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FAZIT: SLOW GREEN THING machen ihrem Namen dahingehend alle Ehre, als dass sich die Musik auf „Wetterwarte/Waltherstraße“ im Schneckentempo durch die Gehörgänge walzt. Dabei zelebrieren alle Musiker ihre erkennbare Liebe zum Detail, ohne die Grenzen des selbsterdachten Heavy Rock of Doom einzureißen. Doom Metaller und Stoner-Heads sollten aufhorchen.
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Erschienen auf www.musikreviews.de am 20.06.2024
Martin Heinrich
Sven Weise
David Hofmann, Sven Weise
Jörg Steinhauer
Eigenproduktion
44:47
29.03.2024