Wer mit klassischem Hard Rock bzw. Melodic Metal wenig anfangen kann, der möge hier bitte aufhören zu lesen.
Allen anderen seien SNAKEBITE mit ihrem Drittwerk „Cobra Crew“ wärmstens ans Herz gelegt. Die Essener Band scheut sich nicht davor, Keyboards in ihren Sound einzubauen (und das ohne offiziellen Tastenmann) und legt stets Wert auf eingängige Refrains mit Hang zur Stadiontauglichkeit.
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Thematisch wird dabei auch die Klischee-Kiste umgegraben, allerdings tappen die Herren kaum in die Fremdscham-Falle, sodass sich Titel wie „Wheels Keep On Turning“, „Weekend Warrior“ oder „Chained to Rock“ sowohl mit einem Bier in der Hand, als auch mit dem Textblatt vor Augen nach Herzenslust abfeiern lassen.
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Voraussetzung für den Partymodus ist eine gewisse Vorliebe für melodischen Hardrock im Stil der achtziger Jahre und ein grundlegend lebensfrohes Gemüt.
Denn SNAKEBITE feiern das Leben, übertreiben es ab und an mit dem ein- oder anderen Klischee „Kill Wig Metal“), agieren dabei aber immer mit hörbarem Spaß und der nötigen Portion Ernsthaftigkeit, die einer Stil-Karikatur entgegenwirkt.
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Dass die Musiker spielen können, versteht sich dabei von selbst. Dass sie sich aber auch ein paar knackige Ohrwürmer aus den Rippen/Fingern/Händen leiern, ist umso erfreulicher, denn es verstärkt die Langzeitwirkung von „Cobra Crew“.
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FAZIT: Wirklich giftig ist an SNAKEBITE nix. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn im toxischen Delirium ließe sich „Cobra Crew“ sicher weniger spaßig abfeiern als bei (halbwegs) klarem Geist. Zwar erfinden die Musiker den Hard Rock wohl kaum neu, aber sie sind mit hörbarem Spaß bei der Sache und schreiben knackige Songs. Für eine frühsommerliche Partystimmung reicht das allemal.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 07.06.2024
Alex Lacroix
Nikki Wagner
Nikki Wagner, Chris Cobra
Julian Snake Fischer
Maniac Attack Records
40:11
04.04.2024