<img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/54b3fa1881d444bdaa2d06678a7aef04" width="1" height="1" alt=""> Der ehemalige Genesis-Gitarrist (um diese Bezeichnung kommt er in diesem Leben nicht mehr herum) STEVE HACKETT gehört zu den wenigen altgedienten Musikern, die das Verwalten ihres umfangreichen kreativen Erbes und ein relevantes aktuelles Schaffen miteinander vereinen können. Wohingegen der Brite mit schöner Regelmäßigkeit spannende Studioalben veröffentlicht, auf denen er sich immer wieder neu erfindet und mehr Risiken eingeht als manche vermeintliche Draufgänger, die viel jünger sind als er, gehört „Live Magic At Trading Boundaries“ zu seinen genauso zahlreichen Konzertmitschnitten, die allerdings auch nie bloße Archivpflege sind.
Dem Titel entsprechend wurden diesmal Aufnahmen kompiliert, die Hackett mit der Zeit bei seinen jährlichen Auftritten im Konzertsaal Trading Boundaries in Sussex gemacht hat. Der gemeinsame Nenner all dieser Shows war und ist eine Reduktion der grob im progressiven bis avantgardistischen Rock-Milieu angesiedelten Studioversionen seiner Songs auf einen ruhigen, aber nicht immer ausschließlich akustischen Kern.
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Ausgehend von einem Akustikgitarrenfundament reicht das Spektrum von ruhigen Synthesizer-Kaskaden über kammermusikalische Momente, die Bruder John Hackett und Rob Townsend mit Flöte und Saxofon begleiten. Die logische Konsequenz daraus ist ein stilistisches Potpourri aus Klassik und Folk mit einigen jazzigen und Soundtrack-artigen Zwischentönen. Der Bandleader selbst ist dabei oft, aber nicht immer der Star, etwa wenn er in ‚Jacuzzi‘ Flamenco-Töne anschlägt oder das Präludium aus Bachs erster Cellosuite in ‚Horizons‘ (neben ‚Blood On The Rooftops‘ ein Genesis-Klassiker) einarbeitet.
Sängerin Amanda Lehmann steuert zwei Solosongs bei (darunter ‚Only Happy When It Rains‘ – nein, nicht von Garbage – als Barjazz mit Mundharmonika), die das Publikum genauso andächtig hört, wie es der Fan mit dem gut einstündigen Mitschnitt insgesamt tun sollte.
FAZIT: „Live Magic At Trading Boundaries“ zeigt Steve Hacketts ruhige Seite im Rahmen einer intimen Show mit einem Programm, das einen erstaunlich breiten Teil der Diskografie des Künstlers abbildet - sehr ausschnitthaft zwar, aber dennoch auch über die Genesis-Blase hinaus hörenswert.
Erschienen auf www.musikreviews.de am 22.12.2024
Steve Hackett, Amanda Lehmann
Steve Hackett, Amanda Lehmann
Roger King
John Hackett (Flöte), Rob Townsend (Flöte, Saxofon)
Inside Out / Sony
57:31
17.01.2025