Der Name der Band sowie der Greyhound-Bus in den Rocky Mountains auf dem Cover signalisieren Naturverbundenheit und bodenständigen Sound. Und STONE WATER halten, was Bild und Name versprechen. Das Hamburger Quartett – das nach den Aufnahmen für „Make Me Try“ zum Quintett erweitert wurde – überzeugt auf seinem Debüt mit tollen eigenen Kompositionen und einem kraftvollen, unverfälschten und analogen Klangbild.
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Das Album enthält zehn zumeist von Robert Wendt geschriebene Songs; dazu gesellt sich eine eher überflüssige, weil mutlose Version des Stones-Titels „Sway“.
Unter den eigenen Titeln aber finden sich äusserst hörenswerte Stücke. Gleich zum Einstieg gibt’s mit „Stony Rock“ zum Beispiel einen perfekt getimten, kräftig rockenden Muntermacher, getragen von Beemans ungekünsteltem Gesang und Wendts scharfer Gitarre.
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„Scarecrow“ entführt mit Harp und geslideter Gitarre ins Delta, „Fare Thee Well“ vermittelt echtes Westcoast-Feeling – ein hübscher Song, auch, wenn die Harmonien und der laidbacke Beat schamlos bei „Little Feat“ abgekupfert wurden. „Backdoor Man“ besticht mit schönem Harmoniegesang, und auch „Sweet Charms“ schliesslich lebt – nach einem „Honky Tonk Women“-Intro – nicht zuletzt von Sylta Fee Wegmanns Backing-Gesang.
Tour- und Studiogitarrist Robert Wendt gehört offenbar zu jenen Musikern, die trotz frustrierender Umstände und Aussichten in der Corona-Zeit nicht ins Jammern und Nichtstun getrudelt sind. Jedenfalls ist es erfreulich, dass sich mit seinen neuen Songs und den passenden Mitmusikern nach einer pandemiebedingten Zwangspause ein offenbar tragfähiges Bandprojekt entwickeln ließ. So betrachtet ist der STONE WATER-Erstling sogar ein Versprechen.
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FAZIT: Freunde gradlinigen Rocks amerikanischer Prägung kommen bei diesem Debüt-Album auf ihre Rechnung. Nichts Neues zwar auf „Make Me Try“, aber auch nicht dergestalt, dass man empfehlen müsste, sich eher an die originalen Werke der gut hörbaren Vorbilder der Hamburger zu halten. Wenn eine europäische Band ihren musikalischen Idolen von „drüben“ qualitativ derart nahe kommt, verdient das Anerkennung. STONE WATER touren zurzeit intensiv – der Besuch einer ihrer Auftritte ist sehr zu empfehlen.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 15.02.2024
Artjom Feldtser
Bob Beeman
Robert Wendt
Julian Bergerhoff, Hansi Kecker
Hanser Schüler
Bob Beeman (Harmonika), Artjom Feldtser, Miriam Thomas, Sylta Fee Wegmann (Background-Gesang)
Timezone
48:38
15.09.2023