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Sweetheart: The Unbearable Tightness of Being

Stil: Post-Hardcore, Punkrock

Cover: Sweetheart: The Unbearable Tightness of Being

Ob „The Unbearable Tightness of Being“ als vertonte Vorahnung des Bandsplits zu verstehen war?
Zumindest folgte auf das ursprünglich bereits 2005 eingetrümmerte Songmaterial das baldige Ende von SWEETHEART. Da die Songs aber nie das Licht der Welt erblickten, steht dieses Jahr der neu gemasterte LP-Release des einzigen vollwertigen Albums dieser Ohio-Krachbande auf dem Programm.
Angesichts des Albumtitels verwundert die selbstzerstörerische Aggression, die in allen Songs zutage tritt, kaum. Die Musiker wüten sich durch ein stressiges Paket aus Hardcore, dem aber immer auch eine verletzliche, an mancher Stelle sogar depressive Komponente innewohnt. Gleichzeitig wirkt die Musik in Teilen regelrecht unbekümmert, vielleicht auch naiv.

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Für diese Emotionen sind in erster Linie die Gitarren verantwortlich, die immer zwischen Harmonie und Disharmonie schwanken, während der Gesang den klanglichen Schmerzfaktor mit jedem Stück verstärkt. Dabei prügeln die Musiker zwar nicht wahllos auf ihre Instrumente ein, verstehen ihr Handwerk aber durchaus als Ventil für seelischen und emotionalen (vielleicht sogar körperlichen) Schmerz.
Der Titel „The Unbearable Tightness of Being“ ist also keine saloppe Metapher, sondern durchaus das (zumindest künstlerisch) gelebte Programm von SWEETHEART. Daraus ergibt sich ein interessantes Spannungsfeld zwischen Melodien, die wenig mit klassischer Eingängigkeit gemein haben und einem brodelnden Stressfaktor, der u.a. durch die dräuende Arbeit der Rhythmusfraktion entsteht.
Gleichwohl fällt die Arbeit der Instrumentalisten kleinteilig und vielfältig aus, wenngleich sich der eine oder andere Kniff in der Schlagzeugarbeit oder manche interessante, weil zur aggressiv-melancholischen Stimmung gegenläufige, Gitarrenmelodie erst mit der Zeit aus dem destruktiv-hektischen Wust der Musik herausschält.

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FAZIT: Als finaler Abgesang von SWEETHEART macht „The Unbearable Tightness of Being“ eine sehr gute Figur, denn gemessen daran, dass schon die Vorgänger-EP ein schmerzhaft stressiges Therapieprogramm bot, ist dieses späte Debütalbum das klangliche Äquivalent zu einem seelisch austherapierten Patienten. Die Last des Lebens scheint nur noch schmerzhaft und erdrückend und wird in Form von Musik in die Welt hinausgeschrien. Insofern verwundert der depressive Charakter mancher Stücke nicht, genauso wenig wie das auf dieses Album folgende Ende der Band weit hergeholt wirkt, denn wird der Schmerz zu groß, zerbricht irgendwann jeder.

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 16.03.2024

Tracklist

  1. Our West (Intro)
  2. Talking Tall
  3. Fuck Purgatory
  4. 1579
  5. To Thine Own Selves Be Dudes
  6. This Tour Shall Pass
  7. Viva Eternity
  8. Fuck Hindsight (Whaling)
  9. Puppies Don't Have Wheels

Besetzung

  • Bass

    Greg Lofaro

  • Gesang

    Bryan Parker, Michael Howard, Ahmed Gallab, Greg Lofaro

  • Gitarre

    Bryan Parker, Michael Howard

  • Schlagzeug

    Ahmed Gallab

Sonstiges

  • Label

    Expert Work Records

  • Spieldauer

    39:44

  • Erscheinungsdatum

    02.02.2024

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