Als "Atmospheric Blackgaze from the Void" bezeichnet das Duo AMIMIA seine Musik, und es mag ein Ansatz sein, sich von einengenden Bezeichnungen zu lösen und die Freiheit zu spiegeln, mit der sich träumerische bis rasende Klangfolgen jenseits von Stilgrenzen entfalten dürfen.
Das einleitende, zunächst allein auf dem Klavier intonierte und dann stets voluminöser tönende "Shedding" erinnert mich mit seiner mächtigen Aura an die schwedischen Meister der Melancholie, namentlich ARCANA.
Doch statt Neoklassik bieten AMIMIA schwungvollen Post-Black-Metal dar, wie sie mit dem folgenden "Disintegration" klarstellen, das u.a. mit epischen Gitarrenlinien, stark gefauchtem Gesang und einem stimmungsvollen Piano-Interludium aufwartet. Eine bemerkenswert arrangierte Nummer, die tatsächlich auf eine vereinnahmende Atmosphäre setzt.
Das folgende "Doomed" entfaltet seinen drängenden Charakter mit hurtigem Schlagwerk und vertraut erneut auf ruhig gesetzte Kontraste an der Gitarre. Die Übergänge gelingen einmal mehr fließend, die Musik geht mit all ihren Wendungen galant ins Ohr, und auch wenn Einflüsse aus dem Black Metal unverkennbar sind, strahlt die Musik letztlich etwas Optimistischeres aus.
Beim Titelsong "Eigengrau" frage ich mich zum ersten Mal, ob sich da nicht etwas wiederholt – oder wird eine Melodie aus einem vorigen Song weiterentwickelt?
Doch bevor ich mir den Kopf zerbreche, nehmen AMIMIA Anlauf und treiben die Nummer mit Hochgeschwindigkeit nach vorne, was bereits beeindruckend ist, nur um sie dann um elektronische Beats zu ergänzen – und zwar auf ähnlich souveräne Weise wie einst PURE REASON REVOLUTION auf ihrem revolutionären "Hammer And Anvil" Album: Ganz stark!
"Oda A La Miseria" entwirft daraufhin einen Klangraum, wie ihn GIAA ähnlich erhaben aufspannen, und mit "Necronym" setzt die Band noch mal einen drauf.
Nach knapp 33 Minuten ist die Versuchung groß, auf "repeat" zu drücken, denn die Band bietet ihre Songs mit traumwandlerischer Intensität dar. The future sound of blackgaze?!
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FAZIT: Der Titel "Eigengrau" führt ein wenig in die Irre, denn AMIMIAs zweites Album überrascht mit dem einen oder anderen Farbtupfer, welcher der dynamischen Musik Tiefe und Kontrast verleiht, ohne der eindringlichen Atmosphäre etwas von ihrem träumerischen Charme zu rauben.
Punkte: 13/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 30.11.2025
Amimia
Amimia
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Eigenveröffentlichung
32:37
11.04.2025