Florian und Michael Arbenz melden sich mit der zweiten Veröffentlichung in diesem Jahr zurück. Nicht als Trio wie zuvor, sondern im CONVERGENCE-Quintett. Filigraner Jazz, wildbewegt wie im Opener „Preludio“ und zärtlich hingehaucht wie bei „Tein“. Das ist rhythmisch abwechslungsreich, in seinen zahlreichen Verästelungen von gestrichen bis druckvoll genau das Richtige für Florian Arbenz, während Zwillingsbruder Michael am Piano wuchtige Akkorde und fließende Soli spielt.
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Die kubanischen Musiker Jorge und Maikel Vistel (ebenfalls Brüder, was der Name der eigenen Band VISTEL BROTHERS unschwer erahnen lässt) sorgen mit Trompete und Saxophon für gelöste Bläsersätze und stimmungsvolle, fintenreiche Mitternachtsmomente. Ab dem zweiten Track spielt Joao Barras‘ Akkordeon eine wichtige Rolle. Keine Spur von ätzender Bierzeltmusikquälerei, Barras gibt seinem Instrument viel Spielraum, lässt es quieken, wie eine Melodica oder einen sprunghaften Synthesizer tönen, prägt das musikalische Gefüge mit schwebenden Sounds, und kennt sich wie die Bläser im Nachtschatten aus.
Am Anfang von „Motion“ steht ein atmosphärisches Solo, bevor das Akkordeon mit Trompete, Saxophon eine lebhafte Reise antritt, stabil gefedert vom rhythmischen Instrumentarium. Der Wechsel zwischen beseelten und betriebsamen Passagen gelingt dem Quintett per se exzellent. Spätestens „Wild Flower“ lässt auch Bassist Rafael Jerjen mit einem hervorgehobenen starken Auftritt glänzen. Auf „Moon“ funktioniert das einträchtige Zusammenspiel ebenso wie die meist kurzen solistischen Einlagen.
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FAZIT: CONVERGENCE bewegen sich gekonnt zwischen der dunklen und hellen Seite des Mondes. „Moon“ zeigt eine aufgeräumte Band, die in der Ruhe Kraft für die quirligen Sequenzen schöpft. Sowohl im Verbund wie solistisch ein Genuss.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 25.11.2025
Rafael Jerjen
Michael Arbenz
Florian Arbenz
Jorge Vistel (trumpet), Maikel Vistel (tenor sax), Joāo Barradas (accordion)
Hammer-Recordings
41:48
10.10.2025