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Mysthicon: Biesn

Stil: Black-, Doom- und Death-Metal

Cover: Mysthicon: Biesn

Polens MYSTHICON haben sich u.a. den okkulten Sagen ihrer Heimat verschrieben und leben diese Liebe zur Düsternis in progressiv angehauchter Musik zwischen Black-, Death- und Doom-Metal aus. Dabei knüppeln die Musiker aber nie stumpf drauflos. Stattdessen legen sie stets Wert auf eine übergeordnete Stimmung zwischen Melancholie und diffuser Anspannung, die sie u.a. durch den Einsatz einer Drehleier, manch akustischer Gitarre und jener flirrenden Melodik, die u.a. MGLA perfektioniert haben, verfeinern.
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Ein Stück wie „We Are The Worms“ gefällt durch subtil schwirrende Gitarren, die von verschlepptem Groove angeschoben werden, während sich die Stimmung dank Streichern und der knurrenden Stimme in einem beklemmenden Klangkonstrukt wiederfindet, das bisweilen wie eine Kombination der Opulenz von DIMMU BORGIR ähnelt, ohne zu sehr auf Bombast fokussiert zu sein. Stattdessen schleichen sie die Gitarren eher bissig in den Kopf und spuken dort geisterhaft umher, womit der Übergang zu „Na Naszej Krwi“ passend dunkel gerät.
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Die Eingangsstimmung lässt Assoziationen zu WATAIN zu (die Gitarren), ehe Marschrhythmik und verschlepptes Tempo, die Gitarrenhypnose vor sich hertragen.
Die Atmosphäre erinnert bisweilen an eine Band wie ROTTING CHRIST, allerdings kleiden MYSTHICON das Stück in wesentlich kältere Klänge. Das Keyboard unterstreicht die feindseligen Riffs, während der mehrstimmige Gesang eine gewisse Heroik in den Sound einstreut und Bilder von Gladiatoren vor der gegenseitigen Metzel-Orgie heraufbeschwört.
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Nach einem folkloristisch angehauchten Intro schleppt sich „The Storyteller“ zunächst verhalten voran. Akustische Instrumente (Drehleier und Gitarre) erzeugen eine unheilvolle Atmosphäre, die u.a. in Form von beschwörendem Klargesang fortgeführt wird. Kontrabass und Klavier (?) unterstreichen die verzweifelte Atmosphäre des Stücks, das sich immer auf dem Sprung vom Midtempo zum Uptempo-Raser befindet, diesen aber bisweilen nur antäuscht, mehrere kompositorische Haken schlägt und sich erst im hinteren Viertel zu einem kurzen Tempoausbruch hinreißen lässt.
<br><center><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 42px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2205416092/size=small/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/track=4232438875/transparent=true/" seamless><a href="https://mysthicon.bandcamp.com/album/bie">Bie?? von Mysthicon</a></iframe></center></br>

Das abschließende Cover von LUX OCCULTAs „Creation“ klingt einen Tick bissiger als der Rest des Albums, könnte aber trotzdem als Eigenkomposition von MYSTHICON durchgehen und beschließt „Biesn“ mit opulenter Dramatik, die gleichsam Bilder von kargen Berglandschaften heraufbeschwört , wie sie einen kämpferischen Anstrich mitbringt, der sehr gut zur Gesamtstimmung von „Biesn“ passt.
<br><center><iframe style="border: 0; width: 350px; height: 350px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2205416092/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/minimal=true/track=4218705749/transparent=true/" seamless><a href="https://mysthicon.bandcamp.com/album/bie">Bie?? von Mysthicon</a></iframe></center></br>

FAZIT: MYSTHICONs „Biesn“ bietet vielseitig gestalteten Düster-Metal, der Black-, Death- und Doom-Metal gleichermaßen zitiert und unter einem minimalen Anstrich von Gothic-Opulenz vereint. Das klingt mitnichten kitschig, lässt im Gegenteil viel Raum für kämpferisch anmutende Stimmung und pendelt sich im Mittelfeld zwischen Spannung, Aggression und Melodie ein.

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.11.2025

Tracklist

  1. Shapes
  2. Unbearable Silence
  3. We Are The Worms
  4. Na Naszej Krwi
  5. The Storyteller
  6. Creation (Lux Occulta Cover)

Besetzung

  • Bass

    Mateusz 'Bacchus' Zawada

  • Gesang

    Adrian Miesowicz

  • Gitarre

    Grzegorz 'G'Ames' Kaplon, Szymon Hada?a, Jacek Glód

  • Keys

    Tharthaq

  • Schlagzeug

    Andrzej Czujko

  • Sonstiges

    Wojciech Miller (Drehleier), Marcin Chatys (Kontrabass)

Sonstiges

  • Label

    Eigenproduktion

  • Spieldauer

    43:01

  • Erscheinungsdatum

    23.09.2025

© Musikreviews.de