Polens PERCIVAL SCHUTTENBACH fassen mit „Cwierc wieku muzyki“ nicht nur ein Vierteljahrhundert gemeinsame Musik zusammen, sondern widmen sich mit ihrem progressiv angehauchten Folk auch dem „The Witcher“-Universum, wofür die Band Elemente zu den Soundtracks der dritten Staffel der „The Witcher“-Fernsehserie und für das Videospiel „The Witcher 3: Wild Hunt“ beisteuerte. Der Gedanke, ein ganzes Album mit der Serienthematik zu veröffentlichen, ist also nicht komplett aus der Luft gegriffen.
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Musikalisch gefällt diese Ansammlung von Stücken durch ihren marginal mystischen Touch, der im Kontext der „The Witcher“-Thematik natürlich Sinn ergibt. Aber auch davon losgelöst bietet „Cwierc wieku muzyki“ beileibe kein seichtes Barden-Blödeltum.
Stattdessen lebt die Musik von einer ursprünglichen Stimmung, die weitestgehend bewusst auf Bezüge zu moderner Popkultur verzichtet (sieht man mal vom Videospiel-Kontext ab) und sich der mystischen Stimmung akustischer Antik-Instrumente hingibt.
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Dabei fließt das Album beständig voran und lebt von einer bisweilen düsteren Stimmung, die zwar konsistent wirkt, aber kaum vorhersehbar ist. Wo ein Stück wie „Trupie uroczysko (Corpse Wilderness)“ beklemmendes Unbehagen suggeriert, klingt „Panie lasu (Ladies of the woods)“ im Anschluss belebter und transportiert das Thema der Walddamen eher mit einem Anflug vertonter Neugier, ehe „Sodden“ einer vertonten Wanderung in unbekanntem Terrain gleicht.
Die klanglichen Elemente bleiben dabei bisweilen ähnlich und erinnern beizeiten an die Schweizer Folk-Metaller von ELUVEITIE, nur ohne deren Metal-Bezug.
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Durch die akustische Spielweise birgt „Cwierc wieku muzyki“ aber gehöriges Potenzial sich in der Musik zu verlieren, auch ohne den Kontext der „The Witcher“-Serie zu kennen. Denn dank fehlendem Kitsch lässt sich das Album auch als eine Art Gedankenreise hin zu und durch vergangene Zeiten und fremde Epochen begreifen.
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FAZIT: PERCIVAL SCHUTTENBACH widmen „Cwierc wieku muzyki“ zwar der „The Witcher“-Serienthematik, können aber auch davon losgelöst mit archaischem Folk überzeugen, der die Stimmung vergangener Epochen lebhaft und spannend vertont, ohne in Kitsch-Gefilde abzurutschen. Gleichzeitig weiß die Musik mit einer mystischen Stimmung zu fesseln, die Folk und Fantasy sehr natürlich verbindet.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 23.11.2025
Mikolaj Rybacki
Mikolaj Rybacki, Katarzyna Bromirska, Ewa Pitura
Mikolaj Rybacki
Michal Lange
Mikolaj Rybacki (Mandoline, Bousouki, Saz), Katarzyna Bromirska (Cello, Flöte, Rebec)
Red Baaron Records
39:39
13.06.2025