Zurück

Reviews

Black Sites: For Eternity

Stil: Progressive- und Heavy-Metal

Cover: Black Sites: For Eternity

Geht es vielleicht etwas zurückhaltender – oder legen die schwarzseitigen Progmetallisten aus Chicago mit „For Eternity“ tatsächlich ein Album für die Ewigkeit vor?
Nun ja. Wenn die Ewigkeit auch nach SAVATAGE in der Dunkelkammer klingt, an die man sich sofort nach dem Albumstart erinnert fühlt, dann dürfte das bejaht werden.
Nur ist nicht gerade diese Ausrichtung und der klassische Metal mit Hang zum Progressiven, den BLACK SITES auf „For Eternity“ offensichtlich feilbieten, eher ein Blick zurück in die 70er/80er-Heavy-Metal-Jahre?
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/yWbRRMPCu4Q?si=qL9ey80YSGrGl_IJ" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>

Mit schwarzsabbathischer Gruselmentalität führen uns BLACK SITES durch ihre dreiviertelstündige schwarzseelige Metal-Finsternis, wobei sie neben dem druckvollen Gesang, der die ähnlich weltuntergänglerischen Texte intoniert, wenn beispielsweise die „Silent Wars“ ausbrechen, besonders auf knackige Gitarrenmomente setzen und dabei locker vom Doom bis hin zum Thrash und ganz besonders dem urwüchsigen Hardrock ihr breit gefächertes Repertoire rausholen, obwohl die Rhythmusfraktion auf Dauer zu oft auf ähnliche Tempi oder Wiederholungen setzt.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/97VeO_F2QJQ?si=lCkAt2NuVerDSgVc" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>

Der Vierer aus Chicago weiß jedenfalls genau, wo (Thors) Hammer hängt, um ihre Vorbilder mit eigenen Ideen manchmal durch eingängige Melodielastigkeit weichzuklopfen. Das aber machen sie richtig gut, wobei für ihr Ewigkeitsalbum gerade die Vergangenheit einer Band wie BLACK SABBATH, die den Heavy- und Black-Metal aus der Taufe hob, besondere Einflüsse hat. So erhält „For Eternity“ doch eine völlig andere Bedeutung – denn nicht BLACK SITES spielen die Musik für alle Ewigkeit, sondern sie springen auf den musikalischen Zug, auf dem die Lokführer genau die kraftvollen Metallisten sind, die diesen Zug in den 1970er- und 1980er-Jahren zum Laufen brachten. Ihre Traditionen leben in der Musik der BLACK SITES, deren Bandname ja bereits mehr als genug an ihr größtes Vorbild erinnert, überzeugend und sehr anhörlich wieder auf.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/C0dFeNNoZyU?si=F9sQrglgnTOUKPQ4" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>

Besonders schöne, die etwas einheitliche Gesamtausrichtung durchbrechende Momente tauchen häufig dann auf, wenn akustische Instrumente zum Einsatz kommen, wie beispielsweise in „Aquarius Betrayed“ und „Blades (For The Chosen Ones)“, oder wenn sich BLACK SITES am Ende von „For Eternity“ tief in die ruhigen Abgründe mit deutliche Hang zur finsteren, hymnischen Ballade, inklusive noch bedrückenderem Text begeben. Hier schließen sie nämlich mit „Unanswered For Eternity“ den Kreis, den sie mit ihrem Albumtitel öffneten, um traurig festzustellen, dass aus menschlicher Sicht der Ewigkeit wohl durch den Tod ein Ende gesetzt wird: „Feel at home but I just can't stay / For eternity // For eternity“.
<br><center><iframe style="border: 0; width: 350px; height: 350px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3241206921/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/minimal=true/track=1724761237/transparent=true/" seamless><a href="https://blacksites.bandcamp.com/album/for-eternity">For Eternity von Black Sites</a></iframe></center></br>

FAZIT: Wenn die Ewigkeit nach der guten alten Vergangenheit düsteren Heavy Metals klingen soll, dann ist man bei den Progmetallern und Heavyrockern BLACK SITES aus Chicago genau richtig. Auf „For Eternity“ überzeugen sie mit finsterem Sabbath-Klang, großartigen Gitarrenmomenten sowie beeindruckendem Gesang – alles in einem starken Sound dargeboten. Die eine oder andere Harmonie und sich wiederholende Rhythmen versinken manchmal in doomigen Abgründen, die aber immer wieder mit gitarrenakustischen und am Ende sogar balladesken Ausflügen ans Tageslicht geholt werden. Zwar kein Album für die Ewigkeit, aber eins, das den Bands, die sich seit den Siebzigerjahren für die Ewigkeit des Heavy- und Black-Metal verantwortlich zeichnen, ein weiteres Kleinod gut gemachten, progressiven Klangs mit hohen Härtegraden an die Seite stellt.

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 21.10.2026

Tracklist

  1. When It Calls
  2. Aquarius Betrayed
  3. Above Soil, Beneath Sky
  4. Giving Up The Ghost
  5. Blades (For The Chosen Ones)
  6. Silent Wars
  7. When Prophecy Fails
  8. Unanswered For Eternity

Besetzung

  • Bass

    Jose Salazar

  • Gesang

    Mark Sugar

  • Gitarre

    Lee Smith, Mark Sugar

  • Schlagzeug

    Chris Black

Sonstiges

  • Label

    Eigenpressung/Just For Kicks

  • Spieldauer

    44:11

  • Erscheinungsdatum

    25.09.2026

© Musikreviews.de