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Reviews

Chelsea Wolfe: The Dark

Stil: Dark Indie, Dark Folk

Cover: Chelsea Wolfe: The Dark

Im Prinzip hat CHELSEA WOLFE mit ihrem neunten Album „The Dark“ alles richtig gemacht. Denn die erstaunlich schöne und zugängliche Musik, die in Zusammenarbeit mit einigen namhaften Gästen (z. B. Robin Finck von NINE INCH NAILS) entstand, dürfte der amerikanischen Ausnahmekünstlerin neue Hörerkreise erschließen. Im Idealfall machen sich jene, die mit dem Œuvre bislang noch nicht vertraut waren, sodann ans Werk, den durch und durch interessanten Back-Katalog von hinten nach vorne aufzuarbeiten. Zugleich ist einem ausgerechnet beim Eröffnungsstück ‚Cold‘ auf eine Weise warm ums Herz, dass man nicht umhinkann, sich auch die anderen Lieder zu Gemüte zu führen – in der Hoffnung, ähnlich Berührendes zu entdecken.
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Der Opener weist überdies darauf hin, was man von dem Album grundsätzlich zu erwarten hat: eine oftmals sanfte, Intimität und Verletzlichkeit suggerierende Instrumentierung, die häufig von spröder Konzertgitarre, sporadischen Pianotupfern sowie hintergründigen Effekten getragen wird.
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Auf dieser Basis tut sich ein beachtliches Spannungsfeld auf: Während die vorab veröffentlichten Singles ‚The Dark‘ und ‚Death Is Not The End‘ zu Anfang als reine Singer/Songwriter-Nummern durchgehen, bis sie härtemäßig ein Stück weit zulegen, bietet der leidenschaftliche Doom-Rocker ‚Turn The Key‘ das vielleicht deutlichste Bekenntnis zur E-Gitarre, was im Rahmen des hier gewählten Stils möglich erscheint. Dazwischen wird dann noch aufgekratzter, bassorientierter Dark Synth-Pop platziert (‚Seethe‘), dessen psychedelische Anlage an die schnelle Fahrt durch einen dunklen Tunnel denken lässt, in dem sich Lichter in verschiedenen Farben und Formen auflösen.
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Insgesamt führt die bisweilen reduzierte Natur des neuen Materials dazu, dass die ätherischen Vocals immer wieder ins Zentrum des Geschehens gerückt werden. Man kann aufgrund dessen kaum anders, als der Musik, mag sie auch noch so viel Tiefgang besitzen, einen gewissen Pop-Appeal zu attestieren, was besonders dort sinnfällig wird, wo verschiedene Gesangsebenen und folkige Geigen zu hören sind (‚Dancer In The Sky‘). Indes, die nach Erlösung und Loslassen tönende Nummer hebt den kantigen Southern-Gothic-Charme nicht auf, sie fügt ihm lediglich eine weitere Facette hinzu.

FAZIT: EMMA RUTH RUNDLE, die ebenfalls mit taufrischen Songs in den Startlöchern steht, muss sich wahrlich vorsehen, die Auszeichnung für das beste Dark-Indie-Album nicht an die wohl direkteste Konkurrenz abzutreten. Wer da auch immer das Rennen macht, CHELSEA WOLFEs Hinwendung zu intimer, gefühlvoller Musik, wie sie auf „The Dark“ zum Ausdruck kommt, hat so oder so einen Platz auf der persönlichen Jahresbestenliste verdient.

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 23.08.2026

Tracklist

  1. Cold (4:31)
  2. Seethe (3:17)
  3. Humours (3:53)
  4. Swallower (4:04)
  5. Halo (3:32)
  6. The Dark (3:33)
  7. Turn the Key (4:24)
  8. I’m Not There (4:15)
  9. Death Is Not the End (4:26)
  10. Dancer in the Sky (4:31)

Besetzung

  • Bass

    Justin Meldal Johnsen

  • Gesang

    Chelsea Wolfe, Kælan Mikla

  • Gitarre

    Robin Finck

  • Schlagzeug

    Matt Chamberlain, Stella Mozgawa

Sonstiges

  • Label

    Loma Vista Recordings

  • Spieldauer

    40:26

  • Erscheinungsdatum

    21.08.2026

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