Er ist keiner der bekannten Samuraien aus Finnland, die den Progressive Rock mit jeder Menge Einfallsreichtum und Retro-Zurückgewandtheit bereichern. Oh nein! Denn Tomi Kankainen würde mit seinem Ein-Mann-Projekt CONFUSION FIELD als Multiinstrumentalist und Sänger nicht in das Bild der immer breit aufgestellten und mit vielen Gästen agierenden THE SAMURAI OF PROG passen. Trotzdem wendet er sich dem Progressive Rock mit metallischen, aber auch harmonischen Art-Rock-Momenten zu und verlässt sich dabei ausschließlich auf sich und sein Können.
Obwohl das diesmal nicht ganz stimmt, denn Kankainen nimmt nicht auch den Platz hinter der Schießbude ein, sondern überlässt diese dem italienischen Schlagzeuger Martino Malacrida, der bereits bei solchen Größen wie STEVE HACKETT oder DAVID CROSS sein Können unter Beweis stellte.
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Allerdings kann auch nach <a href="http://www.musikreviews.de/reviews/2022/Confusion-Field/Disconnection-Complete/" target="_blank" rel="nofollow">„Disconnection Complete“ (2021)</a> und <a href="http://www.musikreviews.de/reviews/2024/Confusion-Field/Future-Impact-Of-Past-Diversions/" target="_blank" rel="nofollow">„Future Impact of Past Diversions“ (2023)</a> dieser dritte (Fast-)Alleingang von Kankainen nicht wirklich packen, was einerseits an dem kaum charismatischen, sondern eher mittelmäßigen Gesang und andererseits an der überladenen Keyboard-Orientierung liegt, die zwar gerne auf zusätzliche Gitarren, welche dem Album ein metallisches Antlitz verleihen, setzen, jedoch nicht aus der breiten Masse progressiver Bands, welche mehr Mittelmaß als Kreativität verbreiten, heraussticht.
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Dass die neun Songs für Prog-Verhältnisse insgesamt recht kurz gehalten sind (das letzte Stück ist zugleich mit etwas über sieben Minuten das längste), kaum mal akustische Momente in die Musik eingeflochten werden und die Electronics auf viele programmierte Wiederholungen setzen, kommt „Resilience Remains“ nicht entgegen. Vieles wirkt bedrückend, inklusive der Texte. So ist die düstere Absicht zumindest von den Lyrics her – die alle im 12-seitigen Booklet, das sich im Jewelcase befindet, mitgelesen werden können – klar verwirklicht, wenn solche Themen wie das Aufgeben aller Hoffnungen oder die permanente Entfremdung oder das Abgehängtsein in einer immer kälter werdenden Welt unerträglich werden, wobei wiederum das letzte Stück „Graceful Deceit“ den stärksten Beitrag liefert: „Worldwide ignorance growing steady / Oceans of lies / Breeding currents to wash the truth away“.
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FAZIT: CONFUSION FIELD „Resilience Remains“ ist der dritte Versuch des finnischen Musikers Tomi Kankainen mit seiner multiinstrumentalen und sängerischen Ader den Progressive Rock um ein weiteres Kapitel bereichern zu können. Doch auch hier hält sich die Begeisterung beim Hören aufgrund der zu hohen (oft programmierten) Keyboard-Last und dem zwar guten, aber wenig abwechslungsreichen Gesang in Grenzen, selbst wenn die E-Gitarren für metallische Knackpunkte sorgen. Die düsteren Texte untermalen stimmungsmäßig die gesamte Album-Atmosphäre, welche Kankainen auf „Resilience Remains“ heraufbeschwört.
Punkte: 8/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 04.11.2026
Tomi Kankainen
Tomi Kankainen
Tomi Kankainen
Tomi Kankainen
Martino Malacrida
Independent/Just For Kicks
47:17
25.09.2026