Auf „Glue“ wenden sich DAILY THOMPSON noch stärker dem musikalischen Rückblick in die neunziger Jahre zu, als das auf <a href="http://musikreviews.de/reviews/2024/Daily-Thompson/Chuparosa/" target="_blank" rel="nofollow">dem Vorgänger</a> der Fall war. Daher wirken Songs wie „Chains“ oder das erdig groovende „Siam“ mehr als eine Referenz in Richtung Grunge, welche immer mit Lässigkeit und einem gewissen ‚Egal-Charakter‘ dargeboten wird.
Mit „Heart Of Bones“ startet das Album aber beschwingt und enthusiastisch, ehe „Workout“ weniger den Soundtrack für das Fitnessstudio mitbringt, sonder eher als krachig-verzweifelte Hymne an die kaputten Seelen diese Erde gemahnt.
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„Fake A Smile“ nimmt diesen Faden auf, setzt aber verstärkt auf eingängige Melodien, sodass sich ein dezenter Trash-Pop-Vibe in die Musik einschleicht, was vielleicht aber auch dem zusätzlichen Gesang von Mercedes Lalakakis geschuldet ist.
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Dass „Chains“ im Anschluss das Tempo rausnimmt und in acht Minuten Spielzeit wie eine verzweifelt-raue Hymne über die Zwänge und Ketten, die der Alltag den Menschen aufbürden kann, wirkt, verstärkt den emotionalen Grauschleier, der bereits mit dem simplen, aber trostlosen Artwork von „Glue“ erzeugt wird.
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Eine ähnliche Stimmung verbreitet auch „BTK“, allerdings wirkt der Fuzz-Sound dezent verschroben und der Gesang von Mercedes Lalakakis-Bee bringt eine gehörige Portion Lässigkeit (vielleicht auch emotionale Ignoranz) in den Sound mit ein.
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Geerdete Rocker wie „Siam“ klingen dagegen geradliniger und erinnern hier und da an Grunge-Größen wie ALICE IN CHAINS oder NIRVANA, denen ein zeitgemäßes Gewand übergestreift wird.
„Lovebugs“ dagegen bringt eine schmerzlich-trostlose Note in das Album ein und wirkt wie die emotionale Selbsterkenntnis, dass Liebe immer eine parasitäre Seite hat. Dass der fast monoton-treibende Rocker auch ein gewisses Gefühl von Endgültigkeit mitbringt, passt daher gut ins Bild.
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FAZIT: Mit „Glue“ klingen DAILY THOMPSON Grunge-verliebt und damit auch ein Stück weit fatalistisch. Erdiger Groove trifft auf charmant krachige Gitarren, während dem Gesang stets eine gewisse Endgültigkeit innewohnt. Das wirkt vielleicht nicht immer lebensbejahend, aber als emotionale Katharsis in Form von treibenden Rocksongs funktioniert das Album sehr gut.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 03.09.2026
Mercedes Lalakakis
Danny Zaremba, Mercedes Lalakakis, Thorsten „Babbiz“ Stratmann
Danny Zaremba
Thorsten „Babbiz“ Stratmann
Noisolution
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21.08.2026