EINSEINSEINS stehen unter Strom und liefern mit „Energie“ einen achtbaren Eindruck davon ab, wie es klingt, wenn Pop-Punks plötzlich Lust auf Krautrock und freigeistige Instrumentalausflüge bekommen. Analoge Electronica bestimmen den Gesamtsound der Musik, wobei sich die Band zuweilen in freigeistigen Jams zu verlieren droht („Strassennamen“).
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Gleichzeitig radeln EINSEINSEINS mit „Fahrrad fahren“ geradewegs in den Vocoder-Krautrock-Himmel und zitieren dabei u.a. Bands wie KRAFTWERK, agieren sie doch ähnlich stoisch und mit musikalischem Tunnelblick.
Dass die Stücke dabei äußerst eingängig und flott grooven, passt gut ins Bild, wenngleich so mancher Kontrast, der durch den Vocoder-Gesang in Stücken wie „Idealoweiss“ erzeugt wird, anfangs doch ein wenig für Stirnrunzeln sorgt.
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Der repetitive Charakter der Synthesizer, aber auch des Grooves schwenkt immer mal zwischen einschläferndem Stoizismus und einer magnetischen Wirkung, einem Art Sog, der den Hörer, egal wie grotesk oder ermüdend das Gebotene anfangs scheint, nicht mehr loslässt.
„Herr Eisenbrass“ ist diesbezüglich auch eine spannende Nummer.
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Der Groove drückt unerwartet heftig, während die Synthesizer und der verzerrte Vocoder-Gesang interessante Akzente in den Strophen setzen, aus denen sich der ansteigende Groove regelrecht herauskämpft. Zwischendurch wird es sogar tanzbar und Bilder von charmanten 80er-Jahre-Diskotheken liegen gar nicht so fern.
Das „Liebeslied für Wohlstandskranke“ beendet „Energie“ dann zwischen drängend balladeskem Tempo und einer nervenaufreibenden Energie, die von der Gitarrenarbeit ausgeht. Dass sich die Rhythmen eher mittelschnell voranarbeiten, unterstreicht den angestrengten Eindruck, den dieses Finale hinterlässt.
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FAZIT: EINSEINSEINS sind voller „Energie“ und das Eierkopf-Alien-Trio, welches das Frontcover des Albums schmückt, trifft den Nagel auf den Kopf. Die Musik und die Musiker stehen unter Strom, bündeln aber ihre Kreativkraft in charmanten Songs zwischen abstrakter Bildsprache und farbenfrohem Instrumental-Stoizismus. Spannende Sache! Vielleicht nichts für den gemeinen Alltag, aber als Auszeit für eine intensive Lauscherfahrung durchaus einen Anlauf wert.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 04.03.2026
Niels Hoffmann
Alexander Schmidt, Niels Hoffmann
Alexander Schmidt
Niels Hoffmann, Alexander Schmidt
Johannes Rosswog
Tonzonen Records
46:00
26.09.2025