GARRET T. WILLIE stammt aus der indigenen Gemeinde Kingcome Inlet in British Columbia und ist in Alert Bay aufgewachsen. Als Autodidakt soll er schon im zarten Alter von sieben Jahren Soli von Angus Young nachgespielt haben – jedenfalls stand er bloss wenige Jahre älter beim Alert Bay Music Fest mit AC/DC-Covers auf der Bühne. Musikalisch prägten ihn Blues- und Rockgrößen wie Howlin’ Wolf, Albert King, Muddy Waters oder eben Bands wie AC/DC oder die Rolling Stones.
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WILLIES Debütalbum „Same Pain“ erschien vor drei Jahren und fand internationale Beachtung; auch wenn das Werk noch etwas sehr nach „work in progress“ tönte, war das vielversprechende Potenzial des wenig über zwanzigjährigen Bluesrockers unschwer herauszuhören. Mit seinem zweiten Album „Bill’s Cafe“, benannt nach dem Billard Café seines Großvaters in Alert Bay, macht GARRET T. WILLIE nun unüberhörbar klar, dass er auf die ganz große Blues-Rock-Bühne gehört!
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Es ist nicht so, dass WILLIE das Genre neu definiert, hingegen wäre es erstaunlich, wenn „Bill’s Cafe“ nicht auch noch im Dezember zu dessen bedeutendsten Erscheinungen des Jahres zählen würde: Neun kompakte, kantige Songs, ein druckvolles Gitarrenfundament, eine kräftig treibende Rhythmussection, dezente Keyboards – und im Zentrum WILLIEs mitreißende, leicht angeraute Stimme … alles zusammen von Produzent Tom Hambridge, der auch mittrommelt, wohltuend unpoliert in Szene gesetzt.
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In den Texten der Songs steckt keine große Poesie. WILLIES singt vom Leben in der Kleinstadt, dem Unterwegssein und vom Auf und Ab in seinen Beziehungen. In „Young Country Boy“ zum Beispiel beschreibt er seinen Geburtsort Kincome Inlet ohne nostalgische Verklärung aus der Sicht eines Menschen, der von mehr Weite und Offenheit träumt – und bringt dies im Refrain des ungestümen Boogies „Going to Toronto“ auf den Punkt: „Going to Toronto, gonna make it all right.“
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FAZIT: Ungeachtet der Variationsbreite innerhalb des Genres: Genau so wie „Bill’s Cafe“ muss packender Bluesrock tönen! Energisch, dynamisch, ein wenig dreckig im Sound, abwechslungsreich und so nahe wie möglich am Live-Erlebnis. GARRET T. WILLIE jedenfalls liefert mit seinem Zweitling grosses Kino für die Ohren und flutet die Köpfe seiner Zuhörerschaft mit Glückshormonen. Gehört unbedingt gehört!
Punkte: 14/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 07.03.2026
Tommy McDonald
Garret T. Willie
Garret T. Willie, Audley Freed, Kenny Greenberg
Kevin McKendree, Mike Rojas
Tom Hambridge
GulfCoastRecords/Bertus
34:27
27.02.2026