Gleich mit dem Opener „The Devil Won’t Forget Me“ ihres neuen Werks „Joker In The Pack“ treten HELL IN THE CLUB selbstbewusst mit knackig produzierten Riffs und druckvollen Drums auf. Ob man dieses Album wie der Teufel im Songtext nicht vergisst – schauen wir mal.
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Musikalisch verorten sich die Italiener auch auf ihrem mittlerweile siebten Studioalbum weiterhin zwischen Heavy- und Hardrock, allerdings klar auf der gefälligeren Seite des Spektrums. Maßgeblichen Anteil daran hat die neue Frontfrau Terese Persson aus Schweden, deren Stimme vor allem in den Refrains für ordentlich Ohrwurm-Potenzial sorgt. Das dürfte eingefleischte Hardliner womöglich kurz irritieren, Freunde von poppigen Hooks und mehrstimmigen „Ohs“ und „Ahs“ im Hintergrund werden hier jedoch souverän abgeholt.
Und ein feines Gespür für mitreißende Gitarrenriffs, treibende Beats und deutliche 80er-Referenzen kann man dem Quartett nicht absprechen, was sie mit Songs wie „Robert The Doll“, der stellenweise sogar einen leicht wavigen Einschlag besitzt, klar unter Beweis stellen. Mit ausufernden Soli wird eher sparsam umgegangen, umso erfreulicher, wenn die Gitarre in „Fairytale“ oder „When The Veil Of Night Falls“ dann doch einmal mit melodischer Fingerakrobatik glänzen darf.
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Gravierendster Unterschied zu den Vorgängern ist natürlich der Wechsel am Mikrofon: Nach dem Abgang von Dave Moras hat nun Terese Persson das Ruder übernommen. Ob einem der klassischere 80er Heavy Metal Flair der früheren Alben besser gefällt oder die neue, pop-rockigere Ausrichtung, bleibt letztlich Geschmackssache. Für mich stand die Stimme von Moras der Band etwas besser zu Gesicht – wobei man sich fairerweise fragen muss, ob er „The Ocean“ mit derselben Portion Emotion und Herzschmerz hätte interpretieren können wie seine Nachfolgerin. Und dass insbesondere der bluesige Rock der neuen Frontfrau im Blut liegt, beweist sie spätestens mit „Pretty Little Freakshow“.
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FAZIT: Der Wechsel am Mikrofon rückt HELL IN THE CLUB auf „Joker In The Pack“ noch ein gutes Stück näher an den Mainstream. Der 80er Hardrock Vibe früherer Tage ist einer poppigeren Rock-Note mit etwas Bluesschmelz und klar radiotauglichen Refrains gewichen. Wer damit leben kann, bekommt ein sauber produziertes Album mit eingängigen Refrains und einer druckvollen neuen Stimme. Und allein wegen „The Ocean“ und „Pretty Little Freakshow“ lohnt sich ein Reinhören allemal.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 25.01.2026
Andrea “Andy” Buratto
Terese “Tezzi“ Persson
Andrea “Picco” Piccardi
Marco “Mark” Lazzarini
Frontiers Records
39:08
07.11.2025