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I Sincopatici: La Corazzata Potemkin

Stil: Soundtrack, Instrumental, Prog, Jazz, Folk, Neoklassik

Cover: I Sincopatici: La Corazzata Potemkin

Nach der Vertonung von „L’Inferno“ haben sich I SINCOPATICI an einen weiteren Meilenstein der frühen Filmgeschichte gewagt und Sergei Eisensteins „Panzerkreuzer Potemkin“ mit einem neuen Soundtrack versehen. Diesmal ohne Claudio Milano, ein rein instrumentales Werk.

Und noch etwas ist anders: Für die Musik wurde eine spezielle rund vierzigminütige Fassung des Films erstellt, mittels Künstlicher Intelligenz zusätzlich koloriert. Was Giorgio Moroder und QUEEN bei „Metropolis“ recht war, ist I SINCOPATICI nur billig.
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Nicht geizig oder auf schnelles Geld an der Diskothekenkasse aus. Dafür ist die Musik zu ernsthaft, zu fingerfertig und von melodischer Grandezza, die sich aus dem gekonnten Spiel mit verschiedenen Genres ergibt. Neoklassik, Progressive- und Post-Rock, Jazzeinflüsse, Ambient-Klänge und Folk gehen ein gelungenes Konglomerat ein, das die starken Bilder Eisensteins passend untermalt. Selbst Metal fräst sich kurzzeitig und stimmig durch den verfilmten Aufruhr („Una Contro Tutte”, volle Power zum bitteren Ende).

Die furiosen Massenszenen, der gekonnte Schnitt und die Fokussierung auf zentrale Einzelaktionen ergeben eine eigenständige Version des „Panzerkreuzer Potemkins“, die nicht wie ein überlanger Videoclip oder eine weichgespülte Readers Digest-Adaption wirkt. Das macht Lust auf den gesamten Film und gibt gleichzeitig auch Musikliebhabern ohne großartige cineastische Ambitionen Gelegenheit sich mit Genuss Filmgeschichte anzueignen.
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Der avantgardistische Gestus der vorangegangenen Soundtrack-Arbeit wurde etwas zurückgefahren, um einen Spannungsbogen zu erzeugen, der auf einem soliden Fundament aus progressiver Musik ruht. Der Vorlage angemessen, pendeln die Melodien zwischen elegischer Traurigkeit und wütender Auflehnung, die rhythmische Begleitung beherrscht filigrane Verästelungen ebenso wie antreibende Kraftakte. Klavier und Violine bekommen viel Raum, dürfen seufzen und melancholisch vor sich träumen, aber auch stakkatohaft voranpreschen.

Das ist abwechslungsreich und fesselnd, weiß aber die Fußangeln aus übertriebenem Pathos und kitschigen Herz-Schmerz-Allüren zu umgehen. Der Soundtrack bleibt angenehm geerdet und vermeidet selbst in orchestralen Phasen hohlen Bombast. Ein musikalischer und filmischer Genuss.
<br><center><iframe style="border: 0; width: 350px; height: 350px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1206194011/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/minimal=true/track=1777813805/transparent=true/" seamless><a href="https://isincopatici.bandcamp.com/album/la-corazzata-pot-mkin">La Corazzata Potëmkin von I Sincopatici</a></iframe></center></br>

FAZIT: I SINCOPATI erschaffen mit ihrer Variation zu Sergei Eisensteins „Panzerkreuzer Potemkin“ ein eigenes Musik, das den Film aus dem Jahr 1925 modern adaptiert, ohne ihn zu vergewaltigen. Das vierzigminütige Exzerpt ist mehr als ein Appetizer, hat aber auch als solcher seine Meriten. „La Corazzata Potemkin“ hat Wucht, eine drängende Ernsthaftigkeit, ist gleichzeitig verspielt, virtuos und gelegentlich verträumt. Das Album funktioniert auch sehr gut ohne das bedeutende filmische Beiwerk.

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 06.05.2026

Tracklist

  1. Uomini E Vermi (05:50)
  2. Dramma Sul Ponte (09:54)
  3. Il Morto Chiama (07:06)
  4. La Scalinata Di Odessa (08:54)
  5. Una Contro Tutte (09:00)

Besetzung

  • Bass

    Andrea Grumelli

  • Gitarre

    Francesca Badalini

  • Keys

    Francesca Badalini

  • Schlagzeug

    Teo Ravelli

  • Sonstiges

    Silvia Mafferis (violin), Teo Ravelli (live electronics)

Sonstiges

  • Label

    Eigenpressung

  • Spieldauer

    40:44

  • Erscheinungsdatum

    09.01.2026

© Musikreviews.de