Die italienischen Rocker IT’sALIE melden sich mit ihrem neuen Longplayer „Wild Games“ zurück – und lassen vom ersten Takt an keinen Zweifel daran, wohin die Reise geht. Bereits der Opener „Waiting For The Pain“ schlägt die Richtung kompromisslos ein: schnörkelloser, kraftvoller Rock aus der eher krachenden Fraktion. Im Zentrum steht einmal mehr die markante Stimme von Giorgia Colleluori, die mit beeindruckender Selbstverständlichkeit sämtliche Facetten des Rock auslotet – von rauer Attacke bis zu kontrollierter Intensität.
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„Bring It On“ destilliert die Essenz des Albums: riffende, aufjaulende Gitarren surfen auf einer druckvoll nach vorn marschierenden Rhythmus-Fraktion und legen damit den perfekten Klangteppich für Giorgia Colleluori. Die Frontfrau zieht hier sämtliche Register – vom kehlig-röhrenden Rockorgan bis hin zu schwindelerregenden Höhen, an die sich viele Genre-Kollegen nicht heranwagen würden.
Wie kompromisslos man dieser treibenden Rock-Powerschiene folgt, zeigt auch der bewusste Verzicht auf die obligatorische Ballade. Statt innezuhalten, wird weiter nach vorn gestürmt: „Wake Up Call“ zündet mit lässigem 70er-Rock-Flair, während „Spirits“ einen Hauch Psychedelik einstreut – ohne dabei auch nur einen Schritt vom eingeschlagenen Kurs abzuweichen.
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Der renommierte deutsche Bassist Matt Sinner (u.a. SHIVA und VOODOO CIRCLE) steuert nicht nur die tiefen Frequenzen bei, sondern zeichnet auch für die Produktion verantwortlich – und sorgt damit dafür, dass Druck und kerniger Heavy-Rock-Vibe aus jeder einzelnen Rille strömen. Feinjustiert und mit der nötigen Portion Finesse veredelt Gitarrist Leonardo Duranti das Klangbild. Seine virtuose Fingerfertigkeit adelt nicht nur „History Remains“, sondern setzt immer wieder prägnante Akzente zwischen Melodie und Metal-Kante.
Bei „One Way To Rock“ teilt sich Colleluori mit Gastsänger Rick Altzi das Mikro und beweist, dass selbst eine leicht angestaubte 80er-Jahre-Hardrock-Nummer mit der richtigen Portion Energie und Spielfreude neuen Glanz entfalten kann.
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FAZIT: IT’sALIE liefern mit „Wild Games“ ein selbstbewusstes Statement in Sachen kernigem Hard Rock ab. Ohne Balladen-Umweg, dafür mit umso mehr Druck, Spielfreude und einer überragend aufgelegten Giorgia Colleluori am Mikrofon, setzt das Quartett konsequent auf Vorwärtsdrang. Die Produktion von Matt Sinner verleiht dem Ganzen zusätzlich Wucht, während Leonardo Duranti an der Gitarre immer wieder für Glanzlichter sorgt. „Wild Games“ ist kein Album für Leisetreter – sondern für alle, die Rock mit aufgerissenen Verstärkern genießen.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 16.04.2026
Matt Sinner
Giorgia Colleluori, Rick Altzi
Leonardo Duranti
Camillo Colleluori
Frontiers Music
45:00
27.02.2026