Auf ihrem ersten Tonträger "Weiderecht" lassen es JÆHZORN nach alter Mütter und Väter Sitte derbe krachen, ohne sich schwermetallischer Engstirnigkeit zu verschreiben.
Der ruppige Black Metal streift rustikalen Achtziger-Thrash, gönnt sich Prisen von Punk und Early Heavy Metal, tönt also unterm Strich ziemlich abwechslungsreich und allemal mitreißend, denn Timm (Gitarre), Jan (Gitarre), Alex (Bass und räudiges Gezeter) und Sven (Schlagzeug) bilden auf diesem Debüt die Abteilung Attacke, die mit ihrem Opener "Purifyre" ähnlich auf den Putz haut wie einst Desaster. "Crown Of Gold" verbindet stoisches Gedresche und feisten Groove mit einer kraftvollen Performance von Alex, die sich damit keineswegs hinter Onielar zu verstecken braucht – die gesprochene Passage bildet einen wirkungsvollen Kontrast. Mit "Haunted Shores" beweist das Quartett, dass es sich auch im Midtempo-BM souverän bewegen kann, und erinnert mich mit einer sublimen, nahezu versöhnlich klingenden Melodielinie an Armageddas "Ændalykt" (Æh…?!).
<center> <iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/9yqtS8iqDFk?si=7mjiu8t7hgCYGM5l" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center>
In "Mayhemic Hervest" wird die Sense geschwungen und die Ernte einst untergründig-widerständiger Darkthrone eingefahren, wobei der Dreschflegel zuweilen rasantes Tempo aufnimmt. Als Walpurgis-Hymne lädt der "Witchpit" scheinbar auch grobmotorische Gesellen zum Verrenken der Glieder ein, das Gitarrensolo lässt ebenso aufhorchen wie die Tempoverschleppung und Alex‘ Proklamation am Ende einer EP, die mit frisch tönenden Songs dazu einlädt, die Platte bzw. die Kassette erneut abzuspielen.
Denn die EP wurde auf Vinyl sowie als Tape veröffentlicht, das in diversen Versionen angeboten wurde/wird (bei Veröffentlichung des Reviews sind noch die reguläre Variante sowie das Tape plus Leder-Patch erhältlich).
<iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1601091314/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" seamless><a href="https://jaehzorn-bm.bandcamp.com/album/weiderecht">Weiderecht by Jæhzorn</a></iframe>
FAZIT: Auf ihrem Einstand "Weiderecht" machen JÆHZORN aus ihren Herzen wahrlich keine Mördergruben, sondern knüppeln ihrer Hörerschaft in 20 Minuten fünf ebenso garstige wie kurzweilige Songs, die Black Metal ohne Rücksicht auf Reinheitsgebote zelebrieren, auf die Ohren.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 21.03.2026
Alex
Alex
Timm, Jan
Sven
Fucking Kill Records / Zann's Records
20:01
15.11.2025