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Reviews

Josh Island: Imaginary Borders

Stil: Singer/Singwriter, Pop, Folk

Cover: Josh Island: Imaginary Borders

<b>„Wenn du das hier liest, hat meine Musik bereits eine kleine Grenze überschritten. Bei 'Imaginary Borders' geht es darum, die Grenzen zu überwinden, die wir zwischen uns ziehen – denn letztendlich sind wir gar nicht so unterschiedlich. Diese Gefühle habe ich in diese Songs einfließen lassen, die über einen Zeitraum von zwei Jahren zwischen Luxemburg, Lissabon, Amsterdam und Athen entstanden sind, wobei jeder Ort seine eigene Inspiration bot. Ich hoffe, dass sie die Menschen ein wenig näher zusammenbringen.“</b> (JOSH ISLAND unter seiner bandcamp-Seite)

Er ist (trotz oder gerade seines Namens wegen) keine Insel, die von Wasser umgeben und begrenzt ist, dieser JOSH ISLAND, sondern ein Musiker, dem die Freiheit und alle inneren wie äußeren Grenzen (also die imaginären Grenzen) Grund genug sind, um für das Eine – die Freiheit – einzustehen und gegen das Andere – die Grenzen – anzukämpfen, anzutexten, anzusingen.
Sein zweites Album „Imaginary Borders“ ist der gelungene Versuch, als Musiker mit viel Gefühl und Poesie sowie einer einprägsam-angenehmen Stimme plus spannenden wie abwechslungsreichen Kompositionen („Little Boy On The Hill“ ist diesbezüglich schon ein echtes Song-Meisterwerk) seiner Hoffnung (und sicher auch der Hoffnung vieler seiner Hörer) Ausdruck zu verleihen.
<br><center><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/track=362209623/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" seamless><a href="https://joshisland.bandcamp.com/track/little-boy-on-the-hill">Little Boy On The Hill von Josh Island</a></iframe></center></br>

Mit „Artemis“ startet das Album des musikalischen Weltenbummlers aus Luxemburg durch und ist zugleich eine Liebeserklärung an seine Wahlheimat Athen. Echter Folk-Pop mit einem sehr eingängigen Refrain.

Überhaupt lebt „Imaginary Borders“ von eingängigen Melodien, die sich mitunter zu echten Ohrwürmern oder hymnischen Breitwand-Sounds steigern und viel Optimismus mit sich bringen.
Moderner Pop mit Singer/Songwriter-Anspruch. Da kommen einem beim Hören der 45 'Insel'-Minuten immer wieder ein FINK oder ED SHEERAN in den Sinn. Diese Stimmung kennt man nur zu gut – und genau hier liegt auch die Schwäche hinter „Imaginary Borders“. Es passiert zu wenig. Die (oft radiotauglichen) Melodien dominieren das Album. Wirklich (wage)mutige Wendungen sind kaum zu entdecken, dafür aber jede Menge Ahhaa-Haas und Uhhuu-Huus oder Na-Na-Naas („We Can Win“), um die Stimmungen zu halten und nicht von den Melodiebögen abzuweichen.
<br><center><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/track=3640718351/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" seamless><a href="https://joshisland.bandcamp.com/track/we-can-win">We Can Win von Josh Island</a></iframe></center></br>

Demgegenüber setzen die Texte auf klare Botschaften verpackt in eine beeindruckend bildhafte Sprache. „Courage“ ist ein hervorragendes Beispiel hierfür. Es geht um Mut und Wahrhaftigkeit, sich gegen die einen traumatisierenden Monster um sich herum und in sich selber durchzusetzen: „Courage the face / The monster that lives deep down in our crest / Courage the face / The darkness that kills the light that is upahead“.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/b-mbaCKiMPw?si=VbZ_PESlWhqLJbFd" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>

Auch die Liebeslieder sind kein belangloses Dahingesäusel, sondern die Bitte, einen mit seinen Stärken und Schwächen gleichermaßen zu akzeptieren – und die Dankbarkeit dafür – so wie in „Unconditionally“.
Viel Romantik schimmert in den Songs durch.
Viel Schönklang.
Viel Harmonie.
Vielleicht ist es ja doch ein Insel-Album geworden, dieses zweite Album von JOSH ISLAND?!
<br><center><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=173064204/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=1787879438/transparent=true/" seamless><a href="https://joshisland.bandcamp.com/album/imaginary-borders">Imaginary Borders von Josh Island</a></iframe></center></br>

Eine Entscheidung, die jeder über seine Insel-Alben nachgrübelnder Hörer für sich selber treffen sollte – hier wird er auf jeden Fall, selbst wenn er sich gerne vom Radio berieseln lässt, bestens bedient.

Eine kluge Musiker-Entscheidung ist wiederum, diese harmonische Musik-Dreiviertelstunde mit „We Can Win“ und besagten 'Naa-Naa-Naaas' enden zu lassen – ein Song, der als Klavierstück beginnt und im großen Harmonie-Bombast endet. Ein wenig klingt's wie die Zusammenfassung der imaginären Grenzen, in der JOSH ISLAND mit seinen 13 Songs zwar keine Grenzüberschreitungen begeht, aber doch ein paar deutliche Kerben in die Grenzzäune schlägt – oder wie in „Birds“ einfach darüber hinwegfliegt.
<br><center><iframe style="border: 0; width: 350px; height: 350px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=173064204/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/minimal=true/track=3507354114/transparent=true/" seamless><a href="https://joshisland.bandcamp.com/album/imaginary-borders">Imaginary Borders von Josh Island</a></iframe></center></br>

FAZIT: Wenn JOSH ISLAND seine imaginären Grenzen hervorholt, klingt er wie ein singender Geschichtenerzähler mit sehr viel Pop-Appeal und dem Hang zu wunderschönen, eingängigen Melodien. „Imaginary Borders“ ist ein Album zwischen Pop und Folk und Singer/Songwriter-Themen, das sich der totalen Freiheit öffnet, allerdings dabei doch in klar strukturierten, sehr harmonischen musikalischen Grenzen bewegt.

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 20.07.2026

Tracklist

  1. Artemis
  2. Little Boy On The Hill
  3. Courage
  4. Unconditionally
  5. Love In The Corner
  6. Blind Driver
  7. Breeze
  8. Ropes
  9. You & Me
  10. Birds
  11. Don't Pull Yourself Down
  12. Rise Up
  13. We Can Win

Besetzung

  • Bass

    Rui Pity, Ben Rheinländer

  • Gesang

    Josh Island

  • Gitarre

    Josh Island, Ben Rheinländer, Guilherme Marinho, Bram Doreleijers

  • Keys

    Nelson Canoa

  • Schlagzeug

    Miguel Casais, Ben Rheinländer

  • Sonstiges

    Pedro Azevedo (Trompeten)

Sonstiges

  • Label

    popup-records

  • Spieldauer

    43:52

  • Erscheinungsdatum

    06.03.2026

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