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Kaffkiez: Wir

Stil: Deutschsprachiger Indie Pop, Alternative Rock

Cover: Kaffkiez: Wir

Allzu viel ändern KAFFKIEZ auf ihrem Zweitling nicht an ihrem bewährten Musikrezept. Das heißt: „Wir“ bietet streamingfreundlichen Mainstream-Pop, der sich aber in gewisser Weise mit kleinen Ecken und Kanten präsentiert, die im Kontext von Indie Rock, bzw. Alternative Rock aber alles andere als wirklich markig erscheinen.
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Dass sich dabei eine Menge Ohrwürmer auf dem Album finden, liegt in der Natur der Sache. Dass davon aber kaum einer wirklich lange im Kopf bleiben will, ebenso. Zwar findet sich mit „Angst Zu Sterben“ eine ehrlich-intime Ballade, die Fragen nach dem Tod und seinen Konsequenzen authentisch und nahbar stellt, aber wenn wenig später von der „Capri Sonne“ gesungen wird, verfällt „Wir“ in einen Art Wiederholungsmodus in dem KAFFKIEZ zu radiotauglichen Beats und Melodien von Sommer- und Frühlingsgefühlen singen.
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Leider ändert sich das auch mit „Noch Nie Vermisst“ und „Akademiker“ nicht. Das Musikkorsett bleibt gleichklingender Radio-Pop, der von moderner Sprache und glattem Sound lebt. Dazu lässt es sich für den Moment angenehm schwelgen, bisweilen auch ein klein wenig in aufkeimender Melancholie das Tanzbein schwingen, aber fast im selben Moment, in dem die Musik erklingt, ist sie auch schon wieder vergessen.
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Mit „Eine Frage“ ändert sich zwar der Sound nicht, aber der Inhalt dreht sich wieder ein wenig mehr in Richtung Tiefe. Es dreht sich um Liebe, die Frage darum, wieso es so schwer ist andere Menschen anzusprechen und das berühmte 'Was-wäre-wenn'.
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„Mein Traum“ beschließt das Album als gefühlvolle Ballade inklusive Piano und der ewigen Frage, wieso Menschen andere verlassen, obwohl sie sich gegenseitig vermissen. Zugleich findet sich dieser Umstand als Metapher dafür, anderen seine eigenen Träume überzustülpen und so dafür zu sorgen, dass aus tiefen Emotionen ein großer Scherbenhaufen wird.
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FAZIT: Mit „Wir“ bleiben KAFFKIEZ ihrer Musikformel treu und liefern eingängigen und einfach zugänglichen Mainstream-Pop, der keinem weh tut. Zwischen sanften Ohrwürmern und moderner Sprache fehlt es dem Album aber bisweilen an inhaltlicher Tiefe, bzw. erkennbarem, markigem Charakter, sodass die Musik letztendlich im Gros der modernen Popmusik untergehen könnte. Handwerklich schlecht gemacht, ist das Ganze derweil nicht.
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Punkte: 9/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 22.04.2026

Tracklist

  1. Vorhang Auf
  2. Chaot
  3. Hast Du Noch Zeit
  4. Halb So Schön Wie Du
  5. In Nächten Wie Diesen
  6. Benz
  7. Angst Zu Sterben
  8. Keine Stadt
  9. 4000 Grad
  10. Capri Sonne
  11. Noch Nie Vermisst
  12. Akademiker
  13. Eine Frage
  14. Mein Traum

Besetzung

  • Bass

    Benedikt Vodermaier

  • Gesang

    Johannes Eisner

  • Gitarre

    Johannes Eisner, Florian Weinberger

  • Keys

    Johannes Gottwald

  • Schlagzeug

    Niklas Mayer

Sonstiges

  • Label

    Superpol/Cargo

  • Spieldauer

    42:01

  • Erscheinungsdatum

    30.01.2026

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