Das Punk-Rave-Rap-Kollektiv KRAV BOKA hisst die schwarze Flagge und stellt sich bereits mit dem Titel ihrer LP „Drapeu Noir“ in die anarchistische, anti-faschistische Bewegung.
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Titel wie „Orwell“ lassen sich dabei sowohl anti-autoritär als auch gesellschaftskritisch, bzw. als mögliche Kritik an den wachsenden Tendenzen hin zu einem Überwachungsstaat in den westlichen Ländern, interpretieren (eine eindeutige Einordnung ist anhand der LP nicht möglich, da keine Texte beiliegen).
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Musikalisch trifft hier Aggro-Punk (z.B. in Form des knappen Adrenalinkicks „Féroces“) auf düsteren Rap, der vornehmlich von dunklen Electro-Beats unterlegt wird (u.a. in „OK Boomer“).
Der Kollektivgedanke von KRAV BOKA wird zudem durch die Beteiligung von mindestens vier Stimmen (plus zahlreichen Feature-Gästen) in allen Stücken auf „Drapeau Noir“ deutlich.
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Die Verbindung all dieser Elemente ergibt unterm Strich eine wilde Achterbahnfahrt voller ungezügelter Wut, die scheinbare Genregrenzen mühelos verschiebt und Bilder von eine verkommenen Gesellschaft im fast Comic-haften 'Mad-Max'-Stil heraufbeschwört.
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Filmvergleiche zu dem französischen Zweiteiler „Ghettogangz“ drängen sich dabei nicht nur dank der französischen Sprache in vielen Texten der Lieder auf „Drapeau Noir“ auf, sondern rühren auch von der unberechenbaren Anarchie-Stimmung her, die sich stets durch einen düsteren Grundtenor auszeichnet.
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FAZIT: KRAV BOKA inszenieren ihre Musik bewusst schrill und optisch überzogen bis schräg. Hinter dieser provokant-grellen Attitüde offenbaren die Musiker aber ein Händchen für stilübergreifende Klänge von Rap über Electro bis hin zu Punk Rock. Die daraus entstehenden Songs fordern sicherlich ein offenherziges Ohr, aber gerade dadurch klingt „Drapeau Noir“ spannend.
Punkte: 10/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 08.05.2026
Frenzee, Magui, Chocolate Remix, Grin
Ruby My Dear, Critical, Dudu (Beats)
Eigenproduktion
28:42
13.03.2026