LAST BØLT CEREMONY gehen es auf ihrem zweiten Album „delir.ium“ zunächst entspannt an. „demora“ setzt auf sanfte, melodische Gitarrenklänge, denen sich die Rhythmusgruppe unaufdringlich unterordnet. Auch „raging river“ lässt sich Zeit, bevor der Bass die Führung übernimmt und der nölende Gesang, flankiert von schrammelnden Gitarren, erste raue Akzente setzt.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/6cBfdgPnv3Q?si=Acpxx-COug4UuOCZ" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>
Wer glaubt, das musikalische Konzept des Dortmunder Trios damit durchschaut zu haben, sollte sich nicht zu früh festlegen. „drones“ schleppt sich mit wuchtigen Drums und dominantem Bass voran, während darüber beinahe gut gelaunte Gitarrenriffs ihre Kreise ziehen. „ides of march“ spinnt diesen instrumentalen Ansatz weiter und entwickelt daraus einen ausladenden, zunehmend druckvollen Rocktrack. In „delir“ meldet sich der Gesang zurück und verpasst dem Stoner-Rock-Fundament eine deutliche Grunge-Schlagseite. SOUNDGARDENs „Spoonman“ läßt grüßen.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/cy2mW1p_-8Y?si=mVCn_cD0zI3QBhmb" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>
„purple poppy“ drängt den Gesang zunächst ganz weit nach hinten, um dann im Refrain gemeinsam mit den Gitarren zu explodieren. Und hier klingt es schon fast ein bisschen nach Pop. Aber eben nur fast; in eine Schublade will sich das Trio partout nicht stecken lassen. Und gerade das macht den Charme des Albums aus, ebenso wie die fast jazzig-folkloristischen Töne am Ende des Albums, die wie eine Endlosschleife kein Ende finden wollen.
<br><center><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=1465603313/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" seamless><a href="https://last-bolt-ceremony.bandcamp.com/album/delir-ium">delir.ium von Last Bølt Ceremony</a></iframe></center></br>
FAZIT: „delir.ium“ überzeugt mit Spielfreude, stilistischer Offenheit und einem Gespür für reizvolle Kontraste. LAST BØLT CEREMONY verbinden druckvollen Stoner-Rock mit Grunge, psychedelischen Schleifen und überraschend melodischen Momenten. Eine Platte, die gerade deshalb funktioniert, weil sie sich nicht festlegen lässt.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 27.10.2026
Frank Weckert
Thomas Köller
Thomas Köller
Daniel „Dan“ Simon
Paranoia Productions
35:47
09.10.2026