Zurück

Reviews

Lonely Robot: An Ending

Stil: Progressive Rock

Cover: Lonely Robot: An Ending

<b>„Mit diesem Album wollte ich den Kreis des Lonely-Robot-Universums schließen und einige der Elemente wieder aufgreifen, die mich schon beim ersten Album inspiriert haben. Ich hoffe, die Fans von LONELY ROBOT sehen darin einen würdigen Epilog für das kreativste Jahrzehnt meines Lebens“</b> (John Mitchell)

Der LONELY ROBOT und sein einsamer Musik-Kapitän JOHN MITCHELL tritt nunmehr mit „An Ending“, wie es der Albumtitel schon verheißt, seine endgültig letzte Reise an.
Dazu schmiert der hyperaktive Multiinstrumentalist Mitchell, den viele sicher von ARENA, IT BITES, FROST* oder KINO bestens kennen, auch seine Stimmbänder mal wieder mit dem PETER GABRIEL-Mittel, das jedes progressive Album, selbst wenn es auf die Dauer etwas durchwachsen und zu altbekannt erscheint, dann doch zu etwas Besonderem werden lässt. Gerade wenn darauf so viel gesungen wird wie auf „An Ending“.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/Mn-zCp5QjdY?si=drA9teku6CFFz8uV" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>

Alle Texte sind, dem endenden Konzept folgend, komplett im 16-seitigen Booklet verewigt, das sich in einem dreiflügeligen Digipak befindet, dessen Gestaltung, aber auch musikalische Ausrichtung, deutliche Bezüge <a href="http://www.musikreviews.de/reviews/2015/Lonely-Robot/Please-Come-Home/" target="_blank" rel="nofollow">zum ersten</a> der insgesamt sechs Studio-Alben herstellt.

Nun also schließt sich im besten Neo-Retro-Prog-Klang und einer deutlichen MARILLION-Hinwendung (floydianische E-Gitarren-Ausflüge inklusive) der Kreis um die Geschichte eines Astronauten, der im All gestrandet ist und nie mehr zur Erde zurückkehren kann, obwohl er diese aus dem Universum als blauen Punkt sehen kann.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/jYI6UqGS2js?si=IxPnlFLHaMm4Dulo" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>

Gefangen in der Unendlichkeit, ohne Chance die endliche Erde zu erreichen – all diese Melodramatik klingt auch im letzten Teil dieser ungewöhnlichen mitchellschen Prog-Space-Geburt durch. Zum letzten Mal mit den das Weltall-Epos abschließenden Zeilen: „Still, as I lie here, empty / Slowly, my heart breaks gently / You are the one who set free / Still, it's a pain you won't feel“.

Und wir trauern mit – zumindest wenn wir seit 2015 Mr. Mitchell im progressiven Kosmonautenanzug des LONELY ROBOTs etwas mehr als zehn Jahre und nunmehr sechs Alben lang genossen haben.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/YaL5cOAhD6c?si=NWvGfEO5B-wrxBzk" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>

Nie erfand der Brite dabei progressiven Schönklang neu, sondern steuerte seine retro-ausgerichtete Variante hierzu bei, indem er die lange Geschichte um den einsamen, verschollenen Astronauten darum flocht und sich der Menschheit mit all ihren Stärken und Schwächen und dem daraus erwachsenden, stellenweise philosophisch ausgerichteten Schicksal zuwandte. Ein Schicksal, das nun am traurigen Ende – im besten Balladenstil mit klassischem Piano-Spiel – auch der LONELY ROBOT in seiner ganzen Einsamkeit akzeptieren muss, egal wie er dagegen auch anzukämpfen versuchte.
<br><center><iframe style="border: 0; width: 350px; height: 350px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3372408564/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/minimal=true/track=3380219185/transparent=true/" seamless><a href="https://magenta.bandcamp.com/album/an-ending">An Ending von Lonely Robot</a></iframe></center></br>

FAZIT: Aus und vorbei! Mit „An Ending“ beendet John Mitchell als LONELY ROBOT seine gut zehn Jahre (und sechs Alben) andauernde melodische Prog-Rock-Reise durch das Universum mit dem verschollenen Astronauten, der – gefangen im All – den Weg auf die Erde nicht wieder zurückfindet, obwohl er diese im Blick hat. Seine Gedanken auf seine Situation und die Menschheit als solches spielte für die oft dramatische Stimmung hinter der Musik und dem Konzept eine bedeutende Rolle, die nun ihr trauriges, aber doch friedvolles Ende findet. Progressiver Rock zwischen Neo und Retro, dem deutlich der Geist der 90er-Jahre und der Mitchell-Bands von ARENA bis IT BITES, allerdings mit einer melancholischeren Schlagseite, innewohnt.

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 27.09.2026

Tracklist

  1. / Start
  2. This World Window
  3. Show The Way
  4. Back To The Middle
  5. In Ocean Light
  6. Ad Astra
  7. Where In The World
  8. Twin Suns
  9. The River
  10. Rearview
  11. Bending Light
  12. The Iron Sea
  13. Oblique
  14. End Transmission //

Besetzung

  • Bass

    John Mitchell

  • Gesang

    John Mitchell

  • Gitarre

    John Mitchell, Jez Fielder

  • Keys

    John Mitchell

  • Schlagzeug

    Craig Blundell

Sonstiges

  • Label

    White Knight Records/Just For Kicks

  • Spieldauer

    55:22

  • Erscheinungsdatum

    11.09.2026

© Musikreviews.de