Musik aus Norwegen weckt häufig ganz bestimmte Erwartungen. Denn oftmals wohnt ihr eine etwas unterkühlte Melancholie inne, die auf ihre spezielle (be)ruhige(nde) Art wiederum Ruhe, Weite und Wärme verbreitet. So wunderschön wie die norwegische Landschaft entwickeln sich bei genauem Hinhören und einem Sich-in-die-Klänge-fallen-lassen auch die musikgewordenen Landschaften. Eine Eigenschaft, die MAGNIFY THE SOUND auf voller musikalischer Breite mit viel Atmosphäre und Improvisationskunst, aber auch sich steigernder Härte verwirklichen.
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Und dass sich hinter MAGNIFY THE SOUND der Gitarrist Trond Engum von THE 3RD AND THE MORTAL sowie SOUNDBYTE und der aus dem Jazz kommende Schlagzeuger Carl Haakon Waadeland mit ihrem ganzen Können entfalten, lässt ihre Suche nach einem Platz der Ruhe tatsächlich doch zu einer aufregenden, mitunter postrockenden, ausgiebig improvisierten und spannenden Sache werden, bei der zusätzlich Fiddel, geschickt eingesetzte Electronics sowie sphärischer weiblicher Gesang das nordische Klanguniversum erweitern.
Prog, Ambient, Folk und Electronica sind bekanntlich auch die Zutaten bei THE 3RD AND THE MORTAL. Zutaten, die MAGNIFY THE SOUND maßgeblich auch in ihre Musik mit einfließen lassen, die mitunter regelrecht bedrohliche Stimmungen entfaltet und sich tief ins Unterbewusstsein ihres Hörers einschleicht, so als wollte sie dort auch verborgene Ängste beleben, um diese in finstere Klänge zu kleiden, damit man sich von ihnen endlich befreit.
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Immer wieder ziehen Nebel auf. Immer wieder lichten sie sich. Egal, ob im Album-Opener mit seinen progressiven und improvisiert-jazzigen Anklängen oder den plötzlichen perkussiven und metallischen E-Gitarren-Klanggewittern („You Might Find A Butterfly“), und immer wieder auftauchenden ätherischem Gesang von Tone Åse, der uns getreu des Titels „Within The Circles Of A Siren“ tatsächlich in den Bann der Sirene zieht, in dem man sich selbstvergessen völlig verlieren kann, während am sich verfinsternden Horizont ein weit entfernter Vulkan brodelnd auf seinen Ausbruch wartet.
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Wer sich mit MAGNIFY THE SOUND auf die Suche nach einem Platz der Ruhe begibt, der hat ihn mit „Searching For A Quiet Place“ nicht etwa gefunden, sondern eine aufregende Reise dorthin erlebt, bis dann nach 35 Minuten die Ruhe eintritt, die fast störend wirkt, weil man sich dieser 'nordischen Klanggewalt' einfach nicht entziehen will. Ein spannendes, manchmal verstörendes, aber jederzeit aufregendes Album, das die Vorstellungen, die man von guter nordischer Musik heutzutage hat, in voller Breite bestätigt.
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FAZIT: Man muss intensiv hinhören, um sich in die vielfältige (mitunter typisch skandinavische) Klangwelt von MAGNIFY THE SOUND fallen lassen zu können. Die sechs Kompositionen sind improvisiert und doch klar strukturiert, sich nach und nach postrockig steigernd. Die Wurzeln von „Searching For A Quiet Place“ liegen einerseits in der norwegischen Volksmusiktradition, erheben sich andererseits bei einigen Gitarren-Passagen bis an die Grenzen des Metal, wobei sie durch Tone Åses ätherisch-weibliche Stimme sowie ausgiebige Fiddel- und perkussive sowie elektronische Klänge ergänzt werden. Kein ruhiges, sondern ein wahrhaft aufregendes und zugleich melancholisches Album, das im Inneren pulsiert wie ein Vulkan, der kurz vor seinem Ausbruch steht.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 06.04.2026
Tone Åse
Trond Engum
Carl Haakon Waadeland
Sturla Eide (Fiddel), Trond Engum (Electronics), Carl Haakon Waadeland (Percussion, Marimba, Glockenspiel)
Stickman Records
34:36
27.02.2026