Mit einer Drei-Song-EP von null auf hundert durchstarten und nebenbei den Granden des atmosphärischen Doom Metal zeigen, was eine Harke ist? Die dänische Band MAUNAH hat es wohl kaum genau darauf angelegt, und trumpft mit "Heimaland" dennoch überragend auf.
Doom Metal gilt landläufig als gemächliche und ziemlich vorhersagbare Musik, die je nach Interpreten auch dramatisch klingen kann. Die dänische Band MAUNAH setzt in ihren drei bisherigen Kompositionen auf viel Drama und Atmosphäre – Heartfelt Nordic Doom nennen es die Herren, und herzlich klingt ihre Musik zweifelsohne.
Objektiv gehört, könnte es sich um Songs handeln, die bereits einige Jahrzehnte auf dem Buckel haben: Die unaufdringlich progressiven Arrangements sowie der farbenfrohe Gesang erinnern an Drawn und Green Carnation zu besten ("Day…") Zeiten, zehren in Twin-Guitar-Passagen vom klassischen Metal, im nächsten Moment von Solstafír. Der Songaufbau lässt Raum für bedächtige Melodien, die ohne Druck entfaltet werden, frei nach dem Motto: Alles zu seiner Zeit – wir sind ja nicht auf der Flucht!
Über alledem scheint der Gesang von Søren Sol Koldsen-Zederkof oft zu schweben, während die Instrumentalfraktion in seliger Ruhe dem einen oder anderen Höhepunkt entgegenstrebt. Die Art und Weise, wie in "Saivør" melodische Gesangslinien mit Death Grunts vor hoch atmosphärischem Doom Metal im Fahrwasser früher Anathema verwoben werden, ist fast schon zu perfekt, bald kitschig – und doch atemraubend. Möchte diese Band Konzerte spielen – oder doch eher Messen abhalten…?!
<br><center><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3609191510/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/transparent=true/" seamless><a href="https://maunah.bandcamp.com/album/heimaland-2">Heimaland by Maunah</a></iframe></center></br>
FAZIT: Atmosphärischer Doom Metal kann auch anno 2025 abenteuerlich, frisch und beseelt klingen, wie MAUNAH mit "Heimaland" beweisen und sich damit nachhaltig für verschiedenste Festivals und Billings bewerben – als Newcomer des Jahres?!
Punkte: 13/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 25.05.2026
Jakob Kiilerich
Søren Sol Koldsen-Zederkof
Janus Holst Aaen, Mads Laursen
Danny Woe
Eigenveröffentlichung
20:34
20.06.2025