Das deutsche Quintett MIKROMOON legt mit „The Nearest Distance“ sein Debüt vor und eröffnet es zunächst indie-folkig mit „Screedriver“, einer blumig-melodischen Nummer, die die Hoffnung formuliert, ein Schraubenzieher könne die Zeit zurückdrehen. Und wie diese Nummer bleibt die Grundstimmung des Albums durchweg entspannt und richtet ihr Augenmerk vor allem auf Gesang und Melodie. Dabei kann man leicht überhören, dass musikalisch eine ganze Menge passiert.
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So kann im Titeltrack „The Nearest Distance“ plötzlich eine ungerade Zählzeit auftauchen, in „Fields“ eine 80er-Wave-Synthsequenz das musikalische Geschehen bestimmen oder sich in „Favourite Narrative“ Dreampop-Gitarren mit feinen Keyboardmotiven und einem Hauch von Swing verweben. Ungeachtet dieser musikalischen Schmankerl dominiert die melancholisch-verträumte Grundstimmung, in der sich vieles um die Verarbeitung von Beziehungen und zwischenmenschlichen Erfahrungen dreht.
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Mit den beiden letzten Nummern wird das Tempo dann etwas angezogen: „Project Dada“ wartet mit einem treibenden Beat und knackigem Bass auf. Auch die Schlussnummer „My New Shirt" mit ihren Punk-Wave-Vibes lässt aufhorchen, zumal die Stimme von Frontfrau Annina Casalino hier auch mal die vertrauten Pfade verlässt. Zwei willkommene Ausnahmen vom ansonsten ruhigen Dream-/Indie-Pop, von denen gern noch ein paar mehr den Weg aufs Album hätten finden dürfen.
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FAZIT: „The Nearest Distance“ von MIKROMOON ist ein stimmungsvolles Debüt zwischen Indie-, Dream-Pop und Folk, das mit melancholischer Atmosphäre, feinen Melodien und kleinen rhythmischen Raffinessen punktet. Etwas mehr von der Energie der beiden lebhafteren Schlussstücke hätte dem Album durchaus gutgetan. So überzeugt MIKROMOONs Erstling vor allem durch subtile Details und eine verträumte Stimmung.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 28.04.2026
Karin Schmitz
Annina Casalino, Christian Teichfischer, Karin Schmitz
Annina Casalino, Christian Teichfischer
Widu Wittekindt
Ralf Leis
Barhill Records
49:25
24.04.2026