Das Trio MONOCENE aus NRW/Südwestfalen betritt mit seinem Debüt „More Than I Own“ selbstbewusst die Rockbühne. Zwischen Alternative Rock, Indie-Attitüde und einer Prise Deutschpunk entfaltet sich ein Erstling, der stilistisch breit aufgestellt ist, ohne sich in Beliebigkeit zu verlieren.
Schon früh wird klar: Die Stimme des Frontmanns trägt dieses Album. Ihr rauer, latent punkiger Unterton lässt zunächst vermuten, dass hier gleich die nächste Hochgeschwindigkeits-Abrissbirne gezündet wird. Doch MONOCENE entscheiden sich häufig für den kontrollierten Druck.
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Midtempo-Perlen wie „Superior“ zeigen ein Gespür für Dynamik und Atmosphäre, während der Titeltrack „More Than I Own“ mit satten Riffs und präzise verzahnten Gitarrenharmonien aufwartet. Hier paaren sich Melodie und Wucht zu einer wohltemperierten Mischung, die dem Album einen roten Faden verleiht. Mit „My Safe Place“ beweist das Trio viel Herz, und „Serotonin“ atmet unverkennbar den Geist der 70er-Jahre – inklusive lässiger Grooves und warmem Sound. Dass MONOCENE darüber hinaus auch noch einen entspannten Reggae-Abstecher („Awake“) wagen, unterstreicht den Anspruch, mehr als nur eine Schublade zu bedienen.
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Sprachlich bewegt sich „More Than I Own“ überwiegend im Englischen, doch gerade die deutschsprachigen Stücke setzen markante Akzente. „Was Du Sagst“ und „Genau Wie Ich“ sind stadiontaugliche Mitgröhl-Nummern, die mit treibender Energie und direkter Ansprache überzeugen. Hier wirkt der Gesang besonders nahbar, fast greifbar – und erinnert in seiner Attitüde durchaus an Deutschpunk-Acts wie die BROILERS und Co. Ob man die englischen Alternative-Ausflüge oder die deutschsprachigen Punk-Momente bevorzugt, ist letztlich Geschmacksache – funktionieren tut beides.
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FAZIT: MONOCENE legen mit „More Than I Own“ ein bemerkenswert reifes Debüt vor, das stilistische Vielfalt mit klarer Handschrift verbindet. Die Mischung aus eingängigen Rock-Hooks, druckvollen Gitarren, emotionalen Momenten und deutschsprachiger Punk-Attitüde wirkt nie konstruiert, sondern organisch gewachsen. Ein starker Einstand, der nicht nur neugierig auf die Live-Umsetzung macht, sondern MONOCENE als ernstzunehmende Größe im deutschsprachigen Rock-Umfeld positioniert.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 15.04.2026
Igor Zimcic
Joerg Grote, Igor Zimcic
Joerg Grote
Stjepan Vukušic
Eigenproduktion
51:58
24.01.2026