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My Ugly Clementine: Apply Autonomy

Stil: Indie Rock, Grunge

Cover: My Ugly Clementine: Apply Autonomy

Mit ihrem dritten Album erklären sich die Wiener MY UGLY CLEMENTINE für unabhängig, oder sie versuchen es zumindest. Denn „Apply Autonomy“ dreht sich inhaltlich um Themen wie Abgrenzung und gesunden Abstand innerhalb von Freundschaften und Liebesbeziehungen.
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Dass dabei der ein- oder andere Trennungsschmerz verarbeitet wird, gehört in diesem Kontext fast zum guten Ton. Allerdings muss es auch nicht immer um Schmetterlinge im Bauch gehen, wie „This Is Nice“ beschreibt.
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In „The Pretender“ (nein, es ist kein FOO FIGHTERS Cover) greifen die Damen aber auch gesellschaftskritische Themen auf und machen sich für Feminismus und Empowerment stark und rocken dabei lässig und mit einer gewissen, musikalischen, sowie sprachlichen Arroganz drauflos.
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„Head In The Air“ fußt im Anschluss tief im Grunge und verbindet die introvertierte Attitüde des besagten Genres mit einer trotzigen Haltung, die das eigene Selbstbewusstsein bekundet, ehe „You Won“ einen introvertierten, zerbrechlichen Charme mitbringt und als kraftvolle Schrammel-Ballade emotionalen Eindruck schindet.
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Der dunkle Unterton von „Science Fiction“ zeugt dann weniger von erdachtem Grausen, als davon, dass die eigene Gefühlswelt ein fremder Ort voller Widersprüche sein kann, in dem man sich selbst manchmal kaum zurechtfindet. Diesen Gefühlszustand konsolidieren MY UGLY CLEMENTINE anfangs in einer minimalistischen Ballade, ehe sich stampfende Rhythmen ihren Weg bahnen und die innere Zerrissenheit des lyrischen Ichs mit kantigen Sounds unterstreichen.
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„No Rescue“ klingt im Anschluss ungleich trotzig, fast frech und eignet sich gut dazu, in der nächsten Indie-Disko das Tanzbein zu schwingen. Ob „If You Knou You Know“ der Schlussmachsong mit einer eventuellen Club-Romanze ist, wird nicht so ganz klar, aber Zeilen wie „I’m Glad You’re Gone“ zeugen nicht unbedingt von einer vergossenen Tränen für den Ex-Partner. Allerdings wirkt die Musik auch nicht wie ein Rachesong an den Ex, eher wie ein Mutmacher daran, dass irgendwo doch noch der oder die Richtige wartet.
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„Unlawfully Wedded“ hinterfragt die verschiedenen Formen der Liebe im Kontext von Partnerschaft, Freundschaft, Romantik und Familie und kommt in sanft-warmem Soundgewand daher, das eingängig und ein wenig verschleppt klingt, aber gerade dadurch einige Zeit lang nachhallt, ehe der Titeltrack als fiebrige Ballade Fragen nach einem selbstbestimmten Leben behandelt, ohne eindeutige Antworten zu liefern.
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FAZIT: MY UGLY CLEMENTINE liefern mit „Apply Autonomy“ ein vielfältiges und selbstbewusstes Stück Indie Rock mit Querverweisen in Richtung Grunge und Indie Pop ab. Dabei klingen die Damen aus Österreich stets authentisch und wissen ihre Inhalte auch mal zu reflektieren, ohne Angst vor offensiver Verletzlichkeit zu zeigen. Dementsprechend wirkt die Musik zum Teil nah am Wasser gebaut, zeugt aber eben auch vom offensiven Umgang der Musikerinnen mit den eigenen Dämonen, ohne dass das Album allzu weinerlich oder depressiv klingt.

Punkte: 11/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 21.10.2026

Tracklist

  1. <b>Side A:</b>
  2. Don't Mess With Me
  3. This Is Nice
  4. Confidence
  5. The Pretender
  6. Head In The Air
  7. You Won
  8. <b>Side B:</b>
  9. Science Fiction
  10. No Rescue
  11. If You Know You Know
  12. Unlawfully Wedded
  13. Apply Autonomy

Besetzung

  • Bass

    Sophie Lindinger

  • Gesang

    Sophie Lindinger, Mira Lu Kovacs, Nastasja Ronck

  • Gitarre

    Mira Lu Kovacs, Nastasja Ronck

  • Schlagzeug

    Günther Paulitsch

Sonstiges

  • Label

    Euphorie Records

  • Spieldauer

    36:37

  • Erscheinungsdatum

    04.09.2026

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