Knapp fünfzehn Jahre Release-Pause könnten einem kommerziellen Selbstmord gleichkommen. Ein Glück, dass NECROTIC WOODS mit ihrem rotzigen Black Metal von jeher Nischenmusik machen und augenscheinlich nicht von Umsätzen abhängig sind. So kann sich der geneigte Fan an den atmosphärisch-rauen Kompositionen von „Perversions Committed On Flesh“ erfreuen, ohne sich vor möglicher Weichspülung in Acht nehmen zu müssen.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/dCEzOSPs3cU?si=Y8oJUkOqAFW7Wq7H" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>
Denn Stücke wie „Beautyvore“ vereinen Rock'n'Roll-Grooves mit sinistren Melodiebögen, die stellenweise an MAYHEM erinnern, während die Rhythmik von verschlepptem Doom-Sound bis hin zu Blastbeats alles auffährt. Derweil zieht sich eine nihilistische Bedrohlichkeit durch sämtliche Songs und wird u.a. im Opener „Be My Corpse“ durch Midtempo-Grooves und Flüstergesang erzeugt.
<br><center><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=431070880/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=503839633/transparent=true/" seamless><a href="https://thecrawlingchaosrecords.bandcamp.com/album/perversions-committed-on-flesh">Perversions Committed on Flesh von Necrotic Woods</a></iframe></center></br>
Zugleich gefällt die Gitarre mit stimmungsvollen Harmonien, die ein Stück wie „Her Skin“ zu morbiden Kleinoden brutaler Musik zwischen Horror-Ästhetik, flirrendem Frostriffing und einer gewissen Rotzigkeit (speziell im Gesang) werden lassen.
<br><center><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 42px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=431070880/size=small/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/track=202006758/transparent=true/" seamless><a href="https://thecrawlingchaosrecords.bandcamp.com/album/perversions-committed-on-flesh">Perversions Committed on Flesh von Necrotic Woods</a></iframe></center></br>
Dennoch blitzt die Liebe zur Melodie, bzw. zu atmosphärischer Tiefe, mehrmals in der Musik auf. Dass sich dabei ausgerechnet das erbarmungslose „Six Feet Deep Is Not Enough“ als Beispiel für dichte wie gleichermaßen aggressiv thrashige Black Metal Keule herausstellt, ist weniger ein Widerspruch, als vielmehr ein Statement der Band, die hier (ebenso wie im abschließenden „Worship Vice“) klarstellt, dass sich erbarmungslos dreckig-nihilistischer Black-Thrash und atmosphärische Tiefe bzw. (un)greifbare Emotionen nicht ausschließen müssen.
<br><center><iframe style="border: 0; width: 350px; height: 350px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=431070880/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/minimal=true/track=4168240219/transparent=true/" seamless><a href="https://thecrawlingchaosrecords.bandcamp.com/album/perversions-committed-on-flesh">Perversions Committed on Flesh von Necrotic Woods</a></iframe></center></br>
FAZIT: NECROTIC WOODS werkeln auf „Perversions Committed On Flesh“ gleichsam meditativ-rituell, wie sie die viehische Genre-Keule schwingen. Black Metal mit ungreifbar-spiritueller Atmosphäre trifft auf die Hackebeil-Methode, womit diese Nordrhein-Westfalen einen schmackhaften Happen unappetitlich-finsterer Musik zwischen Horror, menschlicher Abgründigkeit und Rock n‘ Roll-Attitüde servieren.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 29.01.2026
Spitt
Thorn
Kirill
Leech
Crawling Chaos
45:27
03.10.2025