Zurück

Reviews

Nyos: Growl – die zweite

Stil: Instrumental Math-, Post- & Progressive Rock

Cover: Nyos: Growl – die zweite

NYOS sind auch mit „Growl“ schwer einzuordnen.
Mathematischer Post-Progressive-Rock, noch dazu rein instrumental?
Das klingt nach Kopfschmerzen und Gehirnverknotungsmusik.
Doch siehe da, die Finnen putzen die Hirnwindungen doch zugänglicher und leichter verdaulich aus, als es zunächst scheint.
Sicher, vieles an der, überwiegend auf Wiederholung, geloopten Motiven und verworrener Gitarrenarbeit basierenden Musik wirkt beim Erstkontakt immer noch sperrig und experimentell, aber die knapp siebenundvierzig Minuten Spielzeit von „Growl“ vergehen doch zügiger als gedacht und auch die Synapsen im Oberstübchen werden nicht vollends durchgebrutzelt.
<br><center><iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/46fo2rIiz7M?si=fYvpb_C29wFO4wDL" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></center></br>

Ja, es gibt synkopisches Drumming, Melodien und Soundscapes, die eigenwillig durch manch verworrene Struktur der Stücke mäandern. Hierbei gelingt NYOS aber zumeist das Kunststück, ihre Musik eben doch in einem Fluss zu präsentieren. Allzu abgehackte Brüche oder (w)irre Schlenker bleiben ebenso aus wie verkopfte Notenzählerei.
<br><center><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 120px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2533725576/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/tracklist=false/artwork=small/track=3144168605/transparent=true/" seamless><a href="https://nyos.bandcamp.com/album/growl">Growl von NYOS</a></iframe></center></br>

Dass das Schlagzeug dabei mitunter die Führung in den Stücken übernimmt und mit einer Vielzahl von gegenläufigen Rhythmen experimentiert, während sich die Gitarre in luftige Höhen zwischen Prog- und Math-Rock austobt, zeugt vom findigen Experimentiergeist des Duos. Dass „Growl“ unterm Strich kaum Kopfschmerzen bereitet und stellenweise sogar ungeahnt locker groovt, unterstreicht das kompositorische Verständnis von NYOS.
<br><center><iframe style="border: 0; width: 350px; height: 350px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=2533725576/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/minimal=true/track=2021749595/transparent=true/" seamless><a href="https://nyos.bandcamp.com/album/growl">Growl von NYOS</a></iframe></center></br>

FAZIT: „Growl“ ist zwar nicht zwingend der vertonte Bärenschrei, aber NYOS pusten einem auch nicht unbedingt den Wüstensound mit dem Laubbläser in die Ohren. Stattdessen agiert das Duo, trotz Polyrhythmik und vertrackter Struktur, bisweilen erstaunlich zugänglich, was den Hörspaß des Albums gekonnt in die Länge zieht.

Punkte: 10/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 01.04.2026

Tracklist

  1. Get Ready
  2. Superstar
  3. Lezard Rouge
  4. Harder Than Rain
  5. Pepe-Pepe
  6. L04
  7. Walking In Moonlight
  8. Be Free
  9. Alright, Goodnight

Besetzung

  • Gitarre

    Tom Brooke

  • Schlagzeug

    Tuomas Kainulainen

Sonstiges

  • Label

    Pelagic Records

  • Spieldauer

    46:51

  • Erscheinungsdatum

    10.10.2025

© Musikreviews.de