ORANGE UTANs „Futur III“ hinterfragt den Kapitalismus und den damit einhergehenden Umstand, dass der Mensch aufgrund dessen kaum Potenzial zur Veränderung aufbringt, bzw. auch nicht den Mut hat, ebendiese anzustoßen.
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So weit, so Punk-affin.
Musikalisch dagegen geleiten ORANGE UTAN den Hörer auf eine wilde Reise durch progressiv-verschrobene Rockmusik, die mal metallisch rifft, wie in „Kanndiktat“, dann aber auch in unvorhersehbare Instrumental- und Stimmungsreisen zwischen progressivem Krautrock und intuitiv wirkender Rockmusik pendelt („Merkante“).
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Dabei lassen sich bisweilen auch schemenhafte Parallelen zu einer Band wie SYSTEM OF A DOWN ziehen.
Denn wie die armenisch-amerikanischen Könner des Weirdo-Metals wissen auch ORANGE UTAN ihre Songs mit unvorhersehbaren Wendungen zwischen Eingängigkeit und riffbetont-sperriger Härte zu verorten („Attackratie“).
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Songs wie „Ohnmachtdas“ riffen z.B. metallisch schwer voran, lassen aber auch Raum für manch vertrackten Break, oder eine vom Bass dominierte Soundkaskade, die einem unvermittelt in den Magen tritt.
Es geht aber auch ruhiger und bedachter.
„Apostal“ bietet mit bedachtem Groove und leicht schrägem Gesang, der apokalyptische Botschaften in mittlerweile gewohnt zynischer Art präsentiert, ehe das Finale „Cuora“ vertrackte Rhythmen zu warmen Celloklängen präsentiert und sich dabei als fast poppiger Ohrwurm herausstellt, der am Ende gar versöhnliche Töne anschlägt und das Album weniger destruktiv beendet, als es zunächst scheint.
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FAZIT: ORANGE UTAN malen auf „Futur III“ keineswegs in purem Schwarz, lassen aber auch nicht allzu viele gute Haare an der momentanen Lage der Welt und der Gesellschaft. Musikalisch werkeln die Herren derweil mutig und fantasievoll im weiten Feld progressiver Rockmusik und scheuen dabei den ein- oder anderen Blick über den Tellerrand nicht. Einfach geht sicher anders, aber als spannende Kreativ-Explosion mit Herz und Hirn ist das Album sehr gelungen.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 20.06.2026
Sören Müller
Sandro Gäbler, Martin Endt
Burkhard Naumann
Sören Müller
Christian Kupsch
Burkhard Naumann (Saz), Ilja John Lappin (Cello)
Eigenproduktion
48:50
27.03.2026