PAENIL ERA sind weiterhin auf den Abwegen des Unterbewusstseins unterwegs, kleiden ihren Black Metal aber vermehrt in Post-rockige Schwere und eine Atmosphäre, die eher schwermütige Herbstszenerien hervorruft, als mit aggressiven Tierklauen assoziiert zu werden.
Die vier Hautstücke von „A Wilting Fountain“ (das Intro „The Sun“ und das Interlude „The Path“ nicht mitgezählt) verbinden dabei sowohl Post-Rock Architektur im detailverliebten Stil („The Braids“), als auch dramatisch inszenierten Black Metal, inklusive Streicher und orchestraler Opulenz („The Scene“) zu einem vielschichtigen Genre-Werk, das über die Grenzen des Black Metal hinausgeht, ohne vollends mit dem Genre zu brechen.
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Dabei spielt das Schlagzeug zuweilen eine entscheidende Rolle in der Architektur der Stücke und bindet neben typischen Blast-Passagen auch verschachtelt progressive Elemente in die Musik ein. Das verleiht einem Stück wie „The Ink“ eine gewisse Leichtigkeit, die gewissermaßen im krassen Gegensatz zur optischen Gestaltung des Albums steht. Denn die Assoziationen, welche die Musik hervorruft deuten eher in Richtung Sonnenuntergang. Klingt das Stück doch vielmehr stolz und erhebend, was auch dem mehrstimmigen, klaren Männergesang geschuldet ist.
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Das Finale „The Maze“ macht seinem Titel alle Ehre und verbindet wütende Blasts mit prog-affiner Rhythmik, die auch den Einsatz eines Glockenspiels kunstvoll und passend einbindet. Gleichzeitig lassen die Streicher und auch der ein- oder andere Zwischenpart ein erhebendes Gefühl zu, das eher an Naturzeremonien gemahnt als gehässige Wutmusik zu sein.
Sicher, diese Elemente finden sich auch, etwa wenn zu Blastbeats garstig gekeift wird und die orchestralen Elemente eher ein epochales Ende einläuten wollen als erhebende Berghymnen zu vertonen. Unterm Strich aber klingt „A Wilting Fountain“ doch erstaunlich kraftvoll, naturbezogen und damit eher dem Leben zugewandt.
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FAZIT: PAENIL ERA schlagen mit „A Wilting Fountain“ einen etwas mehr der Atmosphäre und klanglichen Weite zugewandten Weg ein, ohne die Black-Metal-Elemente aus ihrem Sound zu streichen. Hart und zart, bzw. opulenter Post Rock und riffgetriebener Black Metal kommen sich hier nicht in die Quere, sondern bilden ein stimmiges Ganzes.
Punkte: 12/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 08.09.2026
Neuronoir
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09.09.2026