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Reviews

Puke Wolf: Interstice

Stil: Post-Hardcore, Noise, Screamo

Cover: Puke Wolf: Interstice

Der Begriff „Interstice“ beschreibt sinnbildlich einen Riss oder einen Zwischenraum. Zieht der Betrachter in diesem Zusammenhang das Artwork dieser LP heran, dann könnten die Dänen PUKE WOLF mit diesem Titel auch auf Dualität im Allgemeinen und die nicht fassbaren zwischen zwei Hälften anspielen. Die Lungenflügel-Referenz im Frontcover der Platte suggeriert zumindest Gedanken in derlei Richtung.
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Musikalisch wüten sich die Musiker durch Noise-affinen Post-Hardcore, der, je nach Sänger (hier sind es drei Stimmen an der Zahl), eher introvertierte Qualen oder offensive Wut ausdrückt.
Hierbei bewegen sich sämtliche Stücke im Bereich existenzialistischer Fragen und transportieren eine bittere Tragik, die u.a. nach der Erfahrung wahrer Liebe sucht („Endless Night“), oder aber seinem Frust über Ignoranz und allgemeiner Verrohung freien Lauf lässt. Besonders letztgenannte Qualität findet sich in dem energischen Kurz-Wutbrocken „Full of Heart“.
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„Bucket List“ dagegen gibt sich treibenden Rhythmen hin und schafft warmen Gitarrenmelodien Platz. Dabei wirken die Riffs und auch die melodische Bassarbeit beinahe poppig, verschließen sich aber auch einer depressiven Noise-Stimmung nicht komplett.
Als roter Faden dient in sämtliche Stücken der ungestüm-wütende Gesang, der (egal von wem vorgetragen) immer eine gewisse Verletzlichkeit suggeriert. Daran ändert auch der politische Twist in „Hubris“ nichts (es geht um die widrigen Umstände und die Rückführung von Einwandererkindern in und aus den USA.)
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„A Trembling of Finches“ dagegen beginnt mit sanften Gitarren zu denen das schmerzverzerrte Geschrei eine Vielzahl von Seelenpein vermuten lässt, ehe sich Noise-affiner Hardcore breitmacht. Die klare Lead-Melodie des Stücks mündet in eine ambientöse Spoken-Word-Sequenz, ehe das Stück im finalen Ausklang unterschwellig brummend zur Ruhe kommt.
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FAZIT: PUKE WOLF nehmen sich auf „Interstice“ sowohl persönlichen Dramen als auch der (scheinbaren) Verrohung unserer Gesellschaft an und verpacken diese Themen in Noise-affinen Post-Hardcore, der sich auch mal dem ein- oder anderen Tränental hingibt. Wut, Verbitterung und Verzweiflung sind hier der Antrieb für Musik, die nicht immer angenehm klingt, aber ihren Zweck als Ausdruck innerer Qualen passend erfüllt.

Punkte: 12/15

Erschienen auf www.musikreviews.de am 08.02.2026

Tracklist

  1. Endless Nights
  2. Full of Heart
  3. Bucket List
  4. Hubris
  5. A Trembling of Finches

Besetzung

  • Bass

    Lasse Højgaard

  • Gesang

    Andrew Davidson, Emil Aude Vegeberg, Lasse Højgaard

  • Gitarre

    Emil Aude Vegeberg

  • Schlagzeug

    Andrew Davidson

Sonstiges

  • Label

    Dingleberry Records/5FeetUnder Records/Heartland Records/Jean Scene Creamers

  • Spieldauer

    26:28

  • Erscheinungsdatum

    15.06.2022

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