In ihren Ursprüngen treiben die Kasseler von REAPER bereits seit 1984 ihr Unwesen in der hiesigen Heavy-Metal-Szene. Nun steht seit Februar diesen Jahres ihr viertes Album in den Läden und erzählt Geschichten vom Vermächtnis einer toten Welt.
Dabei ist „Dead World Legacy“ mitnichten Leichenfledderei, denn der Heavy Metal ist schließlich nach wie vor quicklebendig, während die Welt vor die Hunde zu gehen scheint. Daran nehmen diverse Texte auf dem Album Anteil. Dass sich zu diesen Themen auch manch dramatischer Schlenker in Richtung Doom Metal einschleicht, beweist z.B. das spannungsgeladenen „Jerusalem“, das mit höherem Gesang und gedrosseltem Tempo durchaus als schicksalhaftes Epos durchgehen könnte.
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Aber auch sonst lassen REAPER einen gewissen Hang zum Drama nicht missen. Vor allem die Gitarren in Stücken wie „Garden Of Delights“ oder auch „The Gale“ bringen Anflüge einer Düsternis ein, die zusammen mit den stimmlichen Presshöhen von Daniel Zimmermann manchmal an eine dunklere Version von U.D.O denken lässt.
Dass sie aber auch in der Lage ist, heroische Midtempo-Stampfer zu komponieren, zeigt die Band mit „The Legacy“, das irgendwo zwischen den Polen HAMMERFALL-Heavy-Metal und CANDLEMASS-Atmosphäre schwankt und nicht ganz ohne Pathos auskommt. Dabei fällt immer wieder auf, dass REAPER mit einer sehr eigenwilligen Handschrift musizieren, ohne manche Zitate gänzlich zu verweigern.
<br><center><iframe style="border: 0; width: 100%; height: 42px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3625375070/size=small/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/track=2249806756/transparent=true/" seamless><a href="https://reapermetal.bandcamp.com/album/dead-world-legacy-2">Dead World Legacy von Reaper</a></iframe></center></br>
So verhält es sich auch mit der 'Fluch der Karibik'-Liebelei „Oceans Of Slumber“, bei der das Eingangsriff doch sehr an die Titelmelodie besagter Filmreihe erinnert. Im weiteren Verlauf entwickelt sich das Stück zu einem leicht verschleppten Düster-Track, der mit eindringlicher Melodie gefällt.
Eine echte Überraschung ist dann noch der Bonustrack „Dark Throne“, dessen Text einzig aus aneinandergereihten DARKTHRONE-Albumtiteln besteht. Entsprechend dieser Thematik agieren REAPER in diesem Tribut-Song eine Ecke punkiger als zuvor, was den Herren gut zu Gesicht steht.
<br><center><iframe style="border: 0; width: 350px; height: 350px;" src="https://bandcamp.com/EmbeddedPlayer/album=3625375070/size=large/bgcol=ffffff/linkcol=0687f5/minimal=true/track=2840245773/transparent=true/" seamless><a href="https://reapermetal.bandcamp.com/album/dead-world-legacy-2">Dead World Legacy von Reaper</a></iframe></center></br>
FAZIT: REAPER haben mit „Dead World Legacy“ ein dezent kauziges Heavy Metal Album am Start und zeigen sich in ihrer Comeback-Form gesattelt und gewappnet ihr Vermächtnis fortzuführen. Wer auf Heavy Metal klassischer Machart mit dramatisch-düsterem Anstrich schwört, der könnte hier auf jeden Fall fündig werden.
Punkte: 11/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 06.04.2026
Matthias Kraft
Daniel Zimmermann
Benjamin Lodewig, Daniel Zimmermann
Jan Breede
Reaper Industryes
58:10
13.02.2026