„Gratitude“ ist Album Nummer neun in Søren Bebes beeindruckender Diskographie. Ein weiteres Trio-Werk von einträchtigem Musizieren geprägt. Aufeinander eingestimmte Musiker zeigen ihre Dankbarkeit („Gratitude“) gegenüber der Musik – und der Stille. Denn Søren Bebe und seine beiden langjährigen Mitstreiter Kasper Tagel und Knut Finsrud sind Klangforscher im besten Sinne.
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Der Musik, jedem einzelnen Ton wird Zeit und Raum gegeben, sich zu entfalten. Das Anschwellen und Verklingen sind ebenso wichtig wie Rhythmus und melodische Präsenz während des Anschlags, Streichens, Zupfens, Trommelns und Streichelns. Hier wird ertastet, untersucht, auch mal gezögert und mit Stil vorangeschritten. Bereits der Einstieg „Frostblad“ ist ein Höhepunkt und Marker fürs gesamte Album.
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Das Trio spielt besonnen, konzentriert, ohne auf quirlige Sequenzen zu verzichten („A Much Simpler Song“ – der so simpel natürlich nicht ist). Die Eigenkompositionen sind ausgefeilte Preziosen, die beiden Cover von Billy Joel und Abbey Lincoln werden anbiederungsfrei und mit kreativer Eigenständigkeit gewürdigt. Die Performance ist in tief empfundenem Jazz verwurzelt, erfreulich kitschfrei und kommt ohne New Age-Schmonzes aus.
„Gratitude“ ist das perfekte Werk, um einen frostigen Wintertag oder verschneiten -abend mit wohligem und warmem Impetus aufzuheizen. Im Verbund wie in den bedachtsamen Soli.
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FAZIT: „Gratitude“ ist spirituelle Musik ohne jeden religiösen Duktus. Das SØREN BEBE TRIO ist erneut Garant für eine atmosphärische, fein ziselierte und wohl ausbalancierte Klangkultur, die verführerisch und gedankenvoll präsentiert wird und um die Kraft der Atempause zwischen den Tönen weiß.
PS: Die Kritik bezieht sich auf die Standard-Version, gilt aber vermutlich auch für die Deluxe-Version.
Punkte: 13/15Erschienen auf www.musikreviews.de am 06.01.2026
Kasper Tagel
Søren Bebe
Knut Finsrud
From Out Here Music
39:05
30.01.2026